Aktuelles

Aktuelles 2017

Schiltacher Flößer besuchten Slowenien vom 22. - 25. Juni 2017

30.Deutscher Flößertag in Wolfratshausen vom 18.-21.Mai 2017

Pressebericht der Schiltacher Flößer zu den Aufnahmearbeiten des SWR 22.04.17

Aktuelles 2016

Historischer Waldtag 2016 am So. 02. Oktober 2016

Deutsches Flößertreffen in Jena 2016

Der Wiedofen im neuen Glanz 20. August 2016

Teilnahme an den Oberdrautaler Flößetagen 2016 (11. -15. August)

Die Schiltacher Flößer in Bosnien und Montenegro unterwegs August 2016

Ferienprogramm mit den Schiltacher Flößern August 2016

Kinzigtäler Flößer beim internationalen Flößertreffen vom 16. - 19 Juni 2016 in Lenggries (Oberbayern)

Weitere Bilder der Gengenbach Floßfahrt vom 23.6.2016 als Bildergalerie

Katalanische Flößerinnen und Flößer zu Besuch in Schiltach 2016

Floßfahrt der Schiltacher Flößer am 23. April 2016 (Georgstag) von Steinach nach Gegenbach

Hauptversammlung der Schiltacher Flößer mit Vorstandswahlen 29.1.2016

 

ARCHIV bis Ende 2015

 


Schiltacher Flößer besuchten Slowenien vom 22. - 25. Juni 2017

 

Eine Abordnung von 11 Schiltacher Flößern und deren Frauen besuchte das zwischenzeitlich 30. Internationale Flößertreffen, welches in diesem Jahr in Maribor in Slowenien stattfand.


Als Reisemittel wurde auf Grund der großen Strecke das Flugzeug von Stuttgart nach Graz in Österreich gewählt. Mit dem Bus erreichte die Gruppe das 75 Kilometer entfernte Maribor, welches jedes Jahr auch Austragungsort eines Skiweltcuprennens ist. Am Fuße der Weltcupstrecke wurde das Quartier bezogen.

Ca. 240 Flößern aus 11 Nationen wurde von den Veranstaltern ein abwechslungsreiches Programm geboten. Hierzu gehörte eine Floßfahrt auf einem Großfloß auf der Drave, die in Österreich Drau heißt. Hinzu kam eine Stadtführung sowie Fahrten auf kleinen Flößen bzw. Holzkähnen. Beeindruckend war die Gastfreundschaft der Slowenen, die die Gäste gut bewirteten.

Begleitet wurden die Veranstaltungen mit viel Musik durch die für das Land typische Polka Kapellen. Alte Freundschaften wurden vertieft und neue Freundschaften geschlossen. Es ist immer wieder beeindruckend wie trotz der Vielsprachigkeit europäische Völkerverständigung gelebt wird. Zwischenzeitlich ist es Tradition bei den Flößern, dass sie von dem Fluss, den sie besuchen, einen Stein als Erinnerung in die Heimat mitnehmen.

Abschluss der Veranstaltung war wie immer der Besuch eines Gottesdienstes mit anschließendem Umzug durch die Stadt Maribor, wo anschließend die Fahne an die Flößergruppe übergeben wird, die das nächste internationale Flößertreffen im Folgejahr ausrichten wird. Im Jahre 2018 findet das Flößertreffen an der Piave in Oberitalien statt.

 

 

 


Pressetext zum 30. Deutschen Flößertag in Wolfratshausen

vom 18.-21. Mai 2017


In rauschender Fahrt über die größte Floßrutsche Europas.
Die Schiltacher Flößer beim deutschen Flößertag in Wolfratshausen.

Jedes Jahr treffen sich die Flößer aus 32 Mitgliedsvereinen zum deutschen Flößertag, der in diesem Jahr im bayerischen Wolfratshausen an der Loisach stattfand. Auch die Schiltacher Flößer waren mit einer starken Abordnung vertreten, um an den Wahlen für das neue Leitungsgremium teilzunehmen.

Zum 1. Vorsitzenden wurde Martin Spreng aus Altensteig gewählt. Er löst Hans Walter Keweloh aus Bremen ab, der für seinen vielen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Beisitzer ist weiterhin der Schiltacher Flößerobmann Thomas Kipp.
Natürlich stand auch in diesem Jahr wieder eine Floßfahrt  auf dem Programm. Früh morgens wurden zwei 18 m lange Flöße von erfahrenen Floßmeistern aus Wolfratshausen zusammengebaut. Dann konnte die 26 km lange Fahrt beginnen, zunächst in der eher zahmen Loisach, die aber in die wilde Isar mündet. Den Steuerleuten wurde einiges an Kraft und Geschicklichkeit abverlangt, um das Floß sicher an den Sandbänken vorbei zu führen. Die Schiltacher ließen es sich nicht nehmen, auch einmal das Steuer zu führen um ein Gefühl für die Fahrt auf einem Gebirgsfluss zu bekommen.
















Im letzten Teilabschnitt vor München ist die Isar mehrfach gestaut, kann aber über Floßrutschen überfahren werden. In rasender Fahrt ging es beim Kraftwerk Mühltal abwärts über die größte Floßrutsche Europas, mit einer Länge von 345 m und einem Gefälle von 17 m. Die Flöße erreichen hier eine Geschwindigkeit von 42 km/h. Klar, dass beim Eintauchen des Floßes in die Isar eine Bugwelle erzeugt wird, die prasselnd auf die Passagiere niederging. Nach 6 stündiger Fahrt wurde die traditionelle Floßlände in München-Thalkirchen erreicht, auch historisch das Ziel der Isar Flößer.

Ein weiterer Höhepunkt des Flößertreffens war dann die Johannifloßprozession zu Ehren des Heiligen Johannes Nepomuk, des Schutzpatrons der Flößer. Nach einem Festgottesdienst und einer von Musikkapellen begleiteten Festprozession durch die Stadt beginnt eine Nachtfahrt mit der Statue des Heiligen, auf mit Fackeln und Lichtern beleuchteten Flößen. Ziel der Flöße ist die alte Floßlände an der Loisach, wo sie von Gebirgsschützen mit drei Böllerschüssen empfangen werden. 

Geistliche beider Konfessionen erbitten dann Schutz und Segen für die Flößer und die kommenden Floßfahrten. Ein ergreifendes Erlebnis auch für die Schiltacher.
OS 22.5.2017

 

 

 

 


Pressebericht der Schiltacher Flößer zu den Aufnahmearbeiten des SWR am 22.04.2017

und Floßfahrt auf der Kinzig bei Biberach

Schiltacher Flößer demonstrieren alte Handwerkskünste
Mehr als 500 Jahre lang waren die Flößer auf der Schiltach und Kinzig ein wichtiger und
bedeutender Berufszweig. Für eine Sendereihe im Herbst 2017 spürt ein Team des SWR Fernsehens derzeit alte
Handwerksberufe auf, um sie möglichst originalgetreu einem breiten Publikum präsentieren zu können.



Als Drehort hatte Flößerobmann Thomas Kipp eine malerische Stelle an der Kinzig bei Biberach ausgewählt. Dort ist die Kinzig in den letzten Jahren renaturiert worden. Breite Sandbänke und eine geringe Wassertiefe erleichtern das Einbinden eines Floßes im Wasser.
Für die Dreharbeiten waren eigens einige Stämme gefällt worden um am Einbindeplatz das "Rüsten eines Floßes" demonstrieren zu können. Mit Axt und Schäleisen wurden die Stämme entrindet, an beiden Enden mit dem Beil "geschnetzt", danach die Löcher mit einem alten Handbohrer gebohrt für das Einbinden mit den "Wieden".


Um im Film möglichst authentisch zu wirken, wurden alle Flößer zunächst in historische Kleider aus dem Theaterfundes gesteckt, passend zu den Vollbärten, die sich die Flößer schon in den letzten Wochen hatten wachsen lassen.

Die Gesprächsleitung zum Film lag bei Florian Weber, einem versierten Schauspieler und Moderator, bekannt aus dem ARD Buffet und der Landesschau. Sein Gesprächspartner war Thomas Kipp, der sachkundig über das Leben und Arbeiten der Flößer berichten konnte. Dann wurden die Stämme ins Wasser gelassen und dort mit Wieden zu einem neuen Gestör
eingebunden.
Bei den niedrigen Temperaturen ein kalter und nasser Arbeitsplatz. Auch die hohen Flößerstiefel bieten nur wenig Schutz gegen die Kälte. Alle Arbeiten wurden begleitet von Toningenieuren, Kameraleuten und sogar einer Drohe, die wie eine Hornisse ständig über den Flößern schwebte.



Nach Abschluss aller Vorbereitungen wagte sich auch Florian Weber auf das Floß. Auf eine Zeichen von Flößerobmann Thomas Kipp, nahm es seine Fahrt in Richtung Gegenbach auf.
Trotz der Regenfälle über Ostern ist der Wasserstand in der Kinzig derzeit sehr niedrig. So konnten die Flößer ungewollt demonstrieren, wie das Floß bei "Wasserklemme" aufläuft, und nur mit großer Energie und schwerem Werkzeug wieder flottgemacht werden konnte.


Für das Filmteam eine willkommene und überzeugende Demonstration der harten Arbeit der
Flößer. Auf den Film im SWR Fernsehen dürfen wir gespannt sein.

OS 24.4.2017

 

 



1. Historischer Waldtag in Schiltach 02.10.2016


Gelungene Premiere: der 1. Historische Waldtag im Schiltach war ein voller Erfolg.
Mehr als 1000 Besucher machten sich am Sonntag auf den Weg ins hintere Kuhbachtal,
um den Waldtag mit den Schiltacher Flößern zu erleben. Und sie wurden nicht enttäuscht.
Die Flößer hatten ein breites Programm rund um die Waldwirtschaft vorbereitet.  

Schon früh am Morgen machte sich ein ganzer Trupp von Waldhauern, angeführt vom 
Organisator Hartmut Brückner,auf den Weg, um die erste Tanne zu fällen. Die Schiltacher 
Flößer wurden verstärkt durch Waldbauern aus Schiltach und Schenkenzell, und auch 
Bürgermeister Haas war mit von der Partie. 

Ausgerüstet mit historischen Äxten und Fällbeilen, alle messerscharf geschliffen,  ging es 
schnell zur Sache. Mit kräftigen Schlägen wurde der dicke Stamm von beiden Seiten behauen,
eine schwere und schweißtreibende Arbeit. Aber schon bald konnten die Fallkeile gesetzt 
werden, und dann kam der Ruf: „Baum fällt“, und die Waldhauer brachten sich schnell in Sicherheit. 
Krachend stürzte der Baum nieder, genau in die vorausberechnete Richtung. 

Wenn der Baum liegt, werden die Äste abgeschlagen und danach der ganze Baum geschält, also
von seiner Rinde befreit. Zum leichteren Transport wird der Stamm noch am dicken Ende „geschnäzt“,
also halbrund zugeschlagen.Auch diese Arbeiten konnten die Zuschauer aus nächster Nähe erleben.

Dann kamen die Rückepferde zum Einsatz: unter dem scharfen Kommando eines erfahrenen Pferde-
führers, zog das Gespann mit vier Kaltblütern, die Stämme aus dem Wald zum Holzlagerplatz.
Nicht nur für die vielen Kinder ein tolles Erlebnis. 

Am Nachmittag wurde eine weitere, schwere und gefährliche Arbeit gezeigt. Das Abseilen großer
Stämme aus dem steilen Kuhbachtal. Bürgermeister Haas hatte die Aufgabe übernommen, das 
schwere Hanfseil hoch zu tragen. Unter dem Beifall der vielen Zuschauer, aber mit letzter Kraft, 
erreichte er seine Gruppe, hoch am Berg. 

Den Zuschauern wurde klar, wie anstrengend und gefährlich die Waldarbeit unserer Väter und 
Großväter war, und wie mühevoll sie ihr Brot verdienen mussten.

Im Festzelt war eine Ausstellung aufgebaut, mit historischen Werkzeugen aus Reinerzau, Karten auf 
denen die alten Holz-Riesen eingezeichnet waren, und vielen historischen Bildern, die die Flößerei und
Waldwirtschaft in Schiltach und Lehengericht dokumentieren.

Am Wiedofen zeigten die Schiltacher Flößer wie aus dünnen Haselnussstangen die „Wieden“ gedreht
werden, mit denen die Flöße eingebunden werden. Für viele Zuschauer auch ein begehrtes Souvenir
zum eindrucksvollen ersten historischen Waldtag in Schiltach.

Schiltacher Flösser

Bildergalerie vom Historischen Waldtag

HIER Klicken


 


Deutsches Flößertreffen in Jena
2016

Die Schiltacher Flößer auf Entdeckungsreise an der Saale bei Jena.
Jedes Jahr findet an einem anderen Ort in Deutschland der deutsche Flößertag statt. In diesem
Jahr war das große Treffen aller Flößervereinigungen in Jena an der Saale, eine Universitäts- und
Industriestadt mit über 100 000 Einwohnern, vor allem bekannt durch die optischen Werke von Carl Zeiß.
Eine Abordnung der Schiltacher Flößer machte sich auf den Weg um die Flößerei auf der Saale
kennenzulernen, deren Floß-und Bindetechnik zu erlernen und natürlich auch um alte Freunde wieder zu sehen.

Die Freunde aus Thüringen hatten ein breites Programm vorbereitet um ihre Stadt ins beste Licht
zu rücken. Das Zeiss Planetarium in Jena gehört zu den großen Sehenswürdigkeiten genau so wie
die, in vielen Bereichen liebevoll restaurierte Altstadt. Auch ein Blick vom Jentower darf nicht fehlen,
dem höchsten Gebäude der neuen Bundesländer. In der Rundumschau wird schnell sichtbar dass in
den letzten Jahren neben Zeiss und Schott, sehr viele neue Industriebetriebe entstanden sind.
Die Bewohner sprechen respektvoll von unserem ehemaligen Ministerpräsidenten Lothar Späth
und würdigen seine Leistungen für ihre Stadt.

Exkursionen in den alten Flößerort Uhlstädt mit dem informativen Flößereimuseum, Besichtigungen
der Floßgasse am Kahlaer Saalewehr und die schwierige Durchfahrt beim Wehr an der alten Burgauer
Brücke, rundeten das Programm ab. Die Flößerei war auch an der Saale viele hundert Jahre lang ein
wichtiger Erwerbszweig, der erst in den 1930er Jahren zum Erliegen kam.  Es gibt also viele Parallelen
zu unseren Erfahrungen auf der Kinzig und entsprechend rege war der Meinungsaustausch mit den
Flößerkollegen aus Thüringen.

Den Abschluss der Tagung bildete ein ökumenischer Festgottesdienst in der Stadtkirche St. Michael,
zu der die Flößer und ihre Frauen in den Trachten ihrer jeweiligen Ortschaften einmarschierten.
Ein eindrucksvolles Erlebnis in einer Kirche, von deren Kanzel einst auch Martin Luther gepredigt hat.
OS 26.9.2016





 


Der Wiedofen im neuen Glanz


In der Nacht vom 18.Oktober 2015 ereignete sich für die Schiltacher Flößer eine kleine Katastrophe:
um 1.30 h schlugen Flammen aus dem Dachstuhl, der Wiedofen brannte lichterloh und nur der rasche
Einsatz der Schiltacher Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindern. Am Morgen, beim Bauernmarkt,
war dann der ganze Schaden sichtbar: der Dachstuhl mit dem Schindeldach war abgebrannt, der Kamin
und auch das Gewölbe aus Schamottsteinen war schwer beschädigt.
Die Flößer in tiefer Depression - ohne Wiedofen keine Wieden, ohne Wieden kein Floßbau!

Schon nach kurzer Beratung war für die Flößer klar: der Wiedofen muss wieder aufgebaut werden.
Unter der Leitung von Flößerobmann Thomas Kipp entstand  schnell der Plan für ein neues Ofenkonzept
das eine genaue Temperaturführung ermöglicht und noch mehr Sicherheit bietet.
In mehr als 700 Stunden Arbeitseinsatz wurde dann das Konzept umgesetzt, das Gewölbe und der Kamin
erneuert, ein neuer Dachstuhl gebaut und mit kanadischen Zedernschindeln gedeckt.
Jetzt strahlt der Wiedofen in neuem Glanz.

Natürlich war das auch eine gute Gelegenheit, allen Flößern und Flößerfrauen  für ihren Einsatz zu danken
und ein zünftiges "Ofenfest " zu feiern. Dabei bewährte sich der Wiedofen auch als hervorragender Holzbackofen.
Thomas Kipp konnte immer neue Köstlichkeiten aus dem Ofen zaubern, gebackene Flößerwürste,  Schweinehals
und Schweinebauch mit satter Kruste. Der Ofen hat seine erste Bewährungsprobe bestanden.

Der nächste Einsatz ist schon geplant: beim "Reinerzauer Riesfest" am 4.September 2016 werden die Schiltacher Flößer
wieder die traditionellen Wieden drehen um für zukünftige Floßfahrten gerüstet zu sein. Gäste sind dazu herzlich eingeladen.  

Herzliche  Grüße
Otto Schinle

 


Teilnahme an den Oberdrautaler Flößetagen 2016 (11. -15.August)

Wie schon in den Vorjahren nahm auch dieses Jahr wieder eine Gruppe von 8 motivierten Flößern und 5 Flößerfrauen
die Gelegenheit war an den Oberdrautaler Flößertagen teilzunehmen.
Das herrlicher Wetter und ein sehr guter Wasserstand trugen dazu bei, wieder einmal die Gelegenheit zu bekommen
ohne große Hindernisse eine Strecke von über 50 Kilometer durchfahren zu können.
Auf manchen Fluss Abschnitten nahmen die Flößer auch Passagiere mit. So auch einmal eine größere Gruppe von
spanischen Flößerfreunden, die vom Vorsitzenden der internationalen Flößervereinigung, Miquel Gordo angeführt worden ist.

 


Die Schiltacher Flößer in Bosnien und Montenegro unterwegs

Bildergalerie

Eine kleine Gruppe Schiltacher Flößer ist insgesamt fünf Tage in Bosnien und Montenegro unterwegs. Sie passieren
mit einem Holzfloß die nicht besiedelte Tara-Schlucht auf den wilden Stromschnellen der »Tara« und »Drina«.
»Ich hab ja schon einiges erlebt, aber das war außergewöhnlich«, sagte Hartmut Brückner, stellvertretender Obmann
der Schiltacher Flößer unserer Zeitung auf Nachfrage. Flößerobmann Thomas Kipp und beide Familien haben zusammen
mit dem befreundeten bosnischen Flößer Fikret Pendek die Flüsse »Tara« und »Drina« durch die tiefste Schlucht Europas
zwischen Bosnien und Montenegro durchfahren.

Abenteuer beginnt mit altem Film

»Das Abenteuer begann eigentlich mit einem Schwarzweißfilm von 1925, der die Flößerei in der Tara-Schlucht
dokumentierte«, erklärte Obmann Thomas Kipp. Der Film ist im Besitz des Schiltacher Flößervereins und begeisterte
die Kameraden, doch nie hätten sich Brückner und Kipp träumen lassen, einmal selbst dort »ins Land zu fahren«. 
Beim internationalen Flößertreffen in Lettland 2014 lernten die Schiltacher Pendrek kennen. Dort berichttet er über
sein Geschäft in der Tara-Schlucht, die die Flößer bereits aus dem Film kannten.

Einziger Flößer in Taraschlucht

Pendrek ist der einzige Flößer der die Taraschlucht mit einem Holzfloß bewältigt, dabei wenige Touristen mitnimmt
und das Holz des Floßes am Zielort auch noch verkauft. Er ist in fünfter Generation Flößer und sehr erfahren in seinem
Handwerk. Heute betreibt er eher »sanften Tourismus« im heutigen Durmitor-Nationalpark dort als das Holzgeschäft. 
In diesem Jahr trafen die Schiltacher Kameraden Pendrek ein weiteres Mal beim Flößertreffen in Lenggries. Dort tüftelten
sie die gemeinsame Fahrt aus, bei der auch slowenische Flößerkameraden dabei sein wollten. 

Auf zum Empfang nach Sarajevo

Die Familien Kipp und Brückner sind von Stuttgart nach Sarajevo geflogen und wurden vom bosnischen  Flößerfreund
in Empfang genommen. Ausgangspunkt zur vier Tage währenden Fahrt durch die rund 140 Kilometer lange Tara-Schlucht
war die mit 1460 Metern höchstgelegene Stadt Montenegros, Zabljac. Das dort liegende elf Meter lange Floß, bestehend
aus zehn Baumstämmen mit jeweils einem Ruder an jeder Stirnseite, wurde mit Proviant und Zelten beladen.
»Die Schluchtwände reichen an manchen Stellen 1200 Meter in die Höhe. Die Flussufer sind unbesiedelt. Es gibt keine
weitere Zufahrtsmöglichkeit. »Wir übernachtete deshalb in Zelten am Ufer«, erklärte Kipp. 

Keine Besiedlung und damit unberührte Natur

Die kleine Flößermannschaft fuhr mit rund acht bis 15 Stundenkilometern vorbei an unberührter Natur in kristallklarem
Wasser, passierte Wasserfälle, die lediglich vom Fluss aus zu sehen sind, und felsige Stromschnellen. »Das war
Zentimeterarbeit, die Pendrek mit seinem Bruder Jemo durch ihre Erfahrung und gute Kenntnis des Flusses gemeistert
haben«, bewunderte Kipp dessen Fertigkeiten. Den größten Eindruck aber machten die unberührte Natur und die Ruhe
im Nationalpark auf  Brückner. Nach insgesamt vier Floßfahrten und rund 140 Kilometern erreichten die Abenteurer ihr Ziel,
die historische Holzhandelsstadt Foca. Mit einem alten VW-Bus ging es über bergige Passstraßen zurück nach Sarajevo.

Ein Video mit Fikret Pendek wird im Internet gezeigt unter www.youtube.com/watch?v=CXHY_Du73Cw.

Autoren:
Thomas Kipp, Wolfgang Tuffentsammer

 

 

 

Schiltacher Flößer beim Ferienprogramm

"Floß bauen wie die Großen"

Die Flößer hatten sich Zeit genommen, um zwölf interessierten Kindern die
Tradition und Geschichte des Floßbauens näher zu bringen. Otto Schinle,
Walter Fichter und Holger Wöhrle von den Flößern begrüßten die Kinder am
Floßschopf. Zuerst wurde das Schiltacher Originalfloß bestaunt, bevor sich
alle an den Bau eines Minifloßes machten. Erst wurden Haselnusszweige
zurecht geschnitten, in kleine Stücke geteilt, fachgerecht zugeschnitten und
verschnürt.
Dann ließen die kleinen Floßbauer ihrer Fantasie freie Bahn: Ruder, Bremse,
Männchen, Proviant, Dreibeine – alles Mögliche fand seinen Platz auf den
kleinen Flößen. Gegen Mittag marschierten alle zur Freizeitanlage Kuhbach.
Dort hatten die drei Flößer bereits am Morgen den Kuhbach aufgestaut, eine
Floßfahrt stand mittags noch an. Doch zuerst wurde ein Feuer entzündet,
Würste gegrillt und Mittagspause gemacht.





Bevor die Floßfahrt losgehen konnte, hatten die Kinder die Aufgaben, die Fahrrinne von Steinen zu befreien.
Mit Begeisterung sprangen sie in den Kuhbach und machten sich an die Arbeit. Dann wurde es spannend:
Würde die Floßfahrt klappen? Alle setzten ihre Miniflöße ins Wasser und laut hörte man die Nachwuchsflößer das
Kommando „Gamber Uff“ rufen, woraufhin Walter Fichter den eigens für das Ferienprogramm gebauten Gamber
öffnete, das gestaute Wasser in einem Schwall heraus floss und die Kinder ihre Flöße auf der Welle den Bach hinab
schickten. Alle Flöße kamen im Floßhafen in der Kinzig an und alle Nachwuchsflößer hatten ihre Jungfernfahrt mit
Erfolg bestanden. Noch viele Male wurde an diesem Mittag der Gamber geöffnet und die Kinder hatten riesigen Spaß
dabei, ihre Gefährte ins Kuhbächle zu setzen und schwimmen zu lassen.

 

 


Kinzigtäler Flößer beim internationalen Flößertreffen vom 16. – 19.Juni 2016
in Lenggries (Oberbayern)

Einmal jährlich treffen sich die Flößer aus allen europäischen Ländern zum internationalen Flößertreffen. Es findet in jedem
Jahr in einem anderen Land statt.  In 2016 war der Holzhacker- und Flößerverein Lenggries an der Isar
der Ausrichter.
Die Flößerei hat im Tölzer Land eine lange Tradition. Die bedeutendste Fracht an Holz aus den Isarwinkler Bergwäldern kam zum
Bau der Münchner Frauenkirche in den Jahren 1468 bis 1488. Allein für den Dachstuhl wurden 147 schwerbeladene Bauholzflöße benötigt,
mit zusammen 630 Festmeter Holz.
Die Flöße wurden nicht nur für den Warentransport bis nach Wien und Budepest, sondern auch für den Personenverkehr eingesetzt und
transportierten Passagiere nach München, Landshut und Passau. Diese Tradition wird auch heute noch lebendig gehalten.
So machte sich eine große Delegation der Schiltacher Flößer mit Freunden aus Schenkenzell und gemeinsam mit den Wolfacher Kinzigflößern auf
den Weg nach Oberbayern.

Spektakulärer Höhepunkt sollte die mehr als 30 km lange Floßfahrt auf der Isar von Wolfratshausen bis zur Floßlände in München-Talkirchen sein.
Gewitterregen am Silvenstein und im Loisachtal ließen die Pegelstände in der Nacht von Donnerstag auf Freitag so stark ansteigen, dass die
Floßfahrt aus Sicherheitsgründen abgesagt werden musste.
Das war aber kein Grund für die Flößerfreunde Trübsal zu blasen. Als Alternative wurde eine Fahrt mit der Bergbahn auf das Brauneck, dem
Lenggrieser Hausberg, angeboten. Petrus hatte ein Einsehen und schenkte den Teilnehmern einen strahlenden Himmel und eine herrliche
Fernsicht. Zum Jubel der Gäste intonierte die Wolfacher Flößerkapelle unter dem Gipfelkreuz ihr Flößerlied.
Bei der Tagung der Vereinsvorstände standen umfangreiche Wahlen auf der Tagesordnung. Martin Spreng aus Altensteig wurde zum
Vizepräsident der internationalen Flößervereinigung gewählt. Er repräsentiert jetzt die deutschen Flößer in diesem Gremium.
Mit einem glanzvollen Festgottesdienst in der barocken Pfarrkirche St. Jakob und einem Festzug durch Lenggries endete das ereignisreiche Treffen.
Auch das nächste Treffen ist schon geplant, es findet am 22. – 25.Juni 2017 in Maribor (Slowenien) statt.

20.6.2016 Otto Schinle





Bild 1: Gruppenbild der Schiltacher Flößer mit Freunden aus Spanien.



Bild 2: Thomas Kipp, Obmann der Schiltacher Flößer prüft den Wasserstand der Isar.


Bild 3: Die Wolfacher Flößerkapelle auf dem Gipfel des Lenggrieser Hausbergs.

 

 

 


Floßfahrt der Schiltacher Flößer am 23. April 2016 (Georgstag) von Steinach nach Gegenbach

Tage, die nach Heiligen benannt werden verschwinden zunehmend aus dem Bewusstsein der Menschen. Am bekanntesten dürfte noch der 6. Dezember,
der Nikolaustag sein. Auch der Martinstag am 11. November ist noch einigermaßen bekannt. Wann oder auch was ist der Georgstag oder „Georgi“?

Alle drei Heiligen haben es zumindest an der Kinzig mit der Flößerei zu tun: Nikolaus ist der Schutzpatron der Seefahrer und damit auch der Flößer.
Am Georgstag (23. April) begann an der Kinzig das Flößerjahr und am 11. November, an Martini, endete es.

So war Jahrhunderte lang der 23. April, also Georgi, an der Kinzig ein ganz besonderer Tag. So auch in diesem Jahr, denn auch heuer
führten die Schiltacher Flößer wieder eine Floßfahrt auf der Kinzig durch.

Mit einem  knapp 60 Meter langen aus 6 Gestören bestehenden original Kinzigtäler Gestörfloß, mit Wieden eingebunden wie vor über hundert Jahren
(1894 ging das letzte gewerbliche Floß „ins Land“) wurde die knapp 13 Kilometer lange Strecke zwischen Steinach und Gengenbach von
10 Flößerkameraden samt Gästen befahren.

Die Wasserverhältnisse waren gut und so wurde das Floß von den Schiltacher Flößern unter der Leitung von Thomas Kipp in den Morgenstunden bei
Steinach in der Kinzig zusammengebunden und für die Fahrt bereit gemacht. Begleitet wurde die Fahrt auch durch ein Fernsehteam, das für den SWR
einen Film über das „Kalte Herz“ und den „Holländermichel“ dreht. Außerdem waren auch Gäste von der Gewässerunterhaltung mit auf dem Floß,
sodass insgesamt 16 Personen die Fahrt begleiten und erleben konnten.

Um 10:30 ging es los, zunächst vorbei am Rückhaltebecken unterhalb Steinachs, später wurde auch das Zollwehr in Biberach erfolgreich durchfahren.
Desgleichen schließlich auch die Renaturierung im Bereich der Erlenbacheinmündung An der unteren Biberacher Brücke landete das Floß an und am
Lagerfeuer wurden neben Vesper und dem Schiltacher Flößerbier auch hervorragende Speckeier zubereitet.

Im zweiten Abschnitt ging es dann weiter über das alte Wiesenwässerungswehr unterhalb Biberachs, das die zweite größere Hürde auf der insgesamt 
knapp 13 km langen Strecke darstellte.
Bei gutem Wasser und schöner Kinziglandschaft konnte dann am frühen Nachmittag die einst  „Freie Reichsstadt Gengenbach“ erreicht werden.

Früher wurde dort die Ankunft eines Floßes von einem Turmbläser angekündigt. Am diesjährigen Georgstag waren es die Schwaibacher Flößer,
die die Kollegen aus Schiltach mit Most und Brezeln bei ihrem Flößermuseum empfangen haben.

Da das Wissen um die Flößerei seit 2014  (Aufnahme der „Flößerei“ in das „Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der Deutschen
UNESCO-Kommission“) als geschütztes Kulturgut anerkannt ist, freuten sich die Schiltacher Flößer dieses Wissen auch in der Praxis erlebbar zu machen
um es so der Nachwelt zu erhalten. 

Gegen Abend wurde das Floßholz  wieder nach Schiltach gebracht und eingelagert. So konnten die Flößer wieder in gemütlicher Runde einen ereignisreichen
Tag mit viel neuen Erfahrungen und Eindrücken abschließen.

Die Schiltacher Flößer haben aufs Neue gezeigt, dass sie nicht nur "Schönwetterflößer" sind, sondern auch mit den Unbilden des Aprilwetters gut zurechtkommen.
Wolfgang Tuffentsammer

Schiltacher Floesser

 

 



Hauptversammlung der Schiltacher Flößer 2016

Hauptversammlung der Schiltacher Flößer am 29.01.2016 im Gasthaus Pflug


Bilanz zogen die Flößer in der Hauptversammlung in Vorderlehngericht. Kipp rief die Höhepunkte des
vergangenen Jahres in Erinnerung vor allem die Teilnahme am "Tag des Neckars" und die Filmaufnahmen
für die Sendung "Terra X" des ZDF. In drei Runden drehte das ZDF mehrere Tage lang in Schiltach, die
Flößer zeigten, wie früher Holz gehauen und geflößt wurde.
Voraussichtlich 10. und 17. Juli soll die Sendung ausgestrahlt werden,
im Kulturkanal Arte wohl noch im Frühjahr.

Bürgermeister Thomas Haas betonte er die Bedeutung des Vereins als Werbeträger und
Botschafter für Stadt. Dafür gelte der Dank von Stadt und Gemeinderat.
Die Entlastung des bisherigen Vorstandes erfolgte einstimmig.
Bei den Wahlen wurde Vorsitzender Kipp einstimmig wiedergewählt, ebenso Vize-Vorsitzender
Hartmut Brückner und Kassierer Friedrich Trautwein. Nach 17 Jahren gab Klaus-Ulrich Neeb das
Amt des Schriftführers ab, als Nachfolger wurde Otto Schinle einstimmig gewählt.
Beisitzer sind Michael Brückner, Erwin Wolber und Tobias Isemann.



Laut Thomas Kipp haben die Flößer 2016 einiges vor. Neben Aktivitäten am Ort und in der näheren
Umgebung stehen Reisen nach Kärnten und Bosien-Montenegro zu befreundeten Flößervereinen an.
Im Juni findet in Lenggries der internationale Flößertag und im September in Jena der deutsche
Flößertag statt. Am 2. Oktober ist ein Waldtag in Kuhbach geplant. Dort sollen zwei starke Tannen
mit Äxten gefällt und geseilt werden. Damit soll demonstriert werden, wie früher Holz gemacht und zu
Tal gebracht wurde. Dazu werden dann alle Vereinsmitglieder gebraucht, um für die Sicherheit zu sorgen.
Ein weiterer Einsatz wird am Flößermuseum sein, das aus- und umgerüstet werden soll; mit 15.000 Besuchern
sei es ein Attraktion. Dies sieht man an den Eintragungen der Gäste, darunter auch viele ausländische Besucher.
Kipp regte einen "Tag der Kinzig" an, um dieses Wissen zu erhalten und weiterzugeben.
Hans Harter ließ dann die Mitglieder an einer Geschichte teilhaben, die auch Familien aus Schiltach betrafen.
Es ging um einen österreichischen Förster aus der "K-und-K-Monarchie", der um 1870 in Siebenbürgen seine
Erlebnisse beim Flößen aufgeschrieben hatte. Es wurden Flößer aus dem Schwarzwald geholt, da die
Schwarzwälder Flößung dort gefragt und bekannt war. Damals waren vier Flößer aus Schiltach nach einem
Unwetter ertrunken. Dabei war auch die Versorgung der Hinterbliebenen ein wichtiger Punkt, für die sich der
damalige Gemeinderat von Schiltach eingesetzt hatte. Über die deutsche Botschaft legte der damalige Kaiser
in Österreich die Versorgung der Angehörigen fest.

Textauszug vom Schwarzwälder Bote vom 02.02.2016