Aktuelles Archiv bis Ende 2015

Schiltacher Flößer zum dritten Mal am Neckar

Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil 3 - Zurüsten, Einbinden, Floßfahren.

Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil 2 - Das Wiedendrehen in Reinerzau 06.09.2015

Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil 1 - Die Baumfällaktion 05.09.2015

Mühlenwehr beim Bachbeck 27.08.2015

Internationales Flößertreffen in Valstagna/Italien 10. - 13. 07.2015

Neues Schaufloß für Schiltach 18. Juni 2015

Altes Holz aus Stauwehren 5. Mai 2015

Die Schiltacher Flößer auf Erkundungsfahrt im unteren Kinzigtal am 11. April 2015

Die Schiltacher Flößer in Willstätt 2015

Die Schiltacher Flößer beim Saisonauftakt der "7 im Süden"
am 29. März 2015 im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogstbauernhof Gutach

Die Flößerei wurde in das Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen

Wanderung auf dem Kinzigtaler Flößerpfad 26.10.2014

Schiltacher Bauernmarkt 19.10 2014

Trachtenumzug in Gutach zum Jubiläumg Vogtsbauernhof 21.9.2014

Die Schiltacher Flößer als "Bach-Archäologen" Setember 2014

Der Schiltacher Flößerverein in Winsen an der Aller vom 4. - 7. September 2014

Schiltacher Flößer in Kärnten vom 13. - 17. August 2014

Impressionen vom Strandfest in Fischerbach mit den Schiltacher Flößern

"Die Schiltacher Flößer bei den "Tagen der offenen Tür bei VEGA" am 28. und 29. Juni 2014"

„Das brächte heute keiner mehr fertig.“ - In den Fußstapfen der alten Schiltacher Flößer

Internationales Flößertreffen in Lettland

Link zum Film aus Lettlandvom 26.6.14

Schiltacher Flößer sanieren Fächerbäume und Abgang Lehwiese

"Unser Neckar" in Tübingen mit den Schiltacher Flößern

Internationales Flößertreffen in Böhmen

Schiltacher Flößerfest 2013 2. Tag "Floßfahrt"

Schiltacher Flößerfest 2013 1. Tag "Flößerspiele"

Vereinsgründung der Schiltacher Flößer

Die Schiltacher Flößer mit Heinz im Nensinger Himmel

 

 

 

 


Die Schiltacher Flößer zum dritten Mal am Neckar

Von Wolfgang Tuffentsammer

Nach Ladenburg und Tübingen war nun die Stadt Remseck dran. Alle zwei Jahre findet unter der Schirmherrschaft des
Landesumweltministeriums der Aktionstag „Unser Neckar“ statt. Mehr als 180 Veranstaltungen sollen die Bedeutung
des Flusses als Lebensraum für Fische und Kleinstlebewesen, als Erholungsraum für die Menschen oder seine
wirtschaftliche Bedeutung als Schifffahrtsweg und Energielieferant erleben lassen.

In Remseck waren es nun die Flößer, die an diesem Tag die Attraktion darstellten. Umrahmt von einem bunten Programm,
beginnend mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde am einladenden Neckarstrand gefeiert.

Pünktlich zum Ende des Gottesdienstes tauchte das Floß, bestehend aus 6 Gestören und einer Gesamtlänge von 70 Metern
langsam am Horizont auf. Seit Samstag lag es  - verdeckt durch einen Frachtkahn – am Ufer neben einem Kieswerk im Wasser..
Von dort ging es nun langsam Richtung Neckarstrand.

Im Unterschied zu früheren Jahrhunderten, in denen gewerblich Unmengen von Holz flussabwärts transportiert wurde und das
Floß mit der Strömung mitging, ist der Neckar – bedingt durch die vielen Staustufen – heute kein Fließgewässer mehr.
Deshalb war die Fahrt leider nicht ohne kleine Hilfsmittel möglich.

Langsam kam nun parallel zum Floß auch die Sonne zum Vorschein, und es tat gut, den Tag mit allen Sinnen zu genießen.
Für den Gaumen und gegen den Durst wurden jetzt die inzwischen schon fast legendären Flößerwürste mit frischem Bauernbrot
und das eigens für die Flößer gebraute Flößerbier gereicht. Über offenem Feuer im Wasserkessel erhitzt, fanden die leckeren
Würste großen Zuspruch.

Entsprechend der formulierten „Ziele“ des Flößervereins: Tradition lebendig werden zu lassen und zu bewahren, sowie das Handwerk
und die Geschichte der Flößerei zu vermitteln, wurden die Besucher anhand von Schautafeln über das Thema informiert.
Seit der Fahrt in Tübingen ist auch die Neckarflößerei  fester Bestandteil der Ausstellung.

Höhepunkt des Nachmittags war eine zweimal 4 Kilometer lange Fahrt mit ausgewählten Gästen, darunter auch Kinder und Familien
zu dem Neckarbiotop „Zugwiesen“. Mit von der Partie war auch die Sopranistin  Anahita Ahsef  mit Tubabegleitung. Passend zum
Anlass und zur Umgebung wurde eine Arie aus Wagners „fliegendem Holländer“ zum Besten gegeben. Selbstverständlich auf dem Floß.
Weitere Gäste waren Umweltminister Untersteller, Regionaldirektorin Dr. Nicola Schelling vom Verband Region Stuttgart,
Regierungspräsident Johannes Schmalzl, Oberbürgermeister Dirk Schönberger (Remseck), Bürgermeister Michael Ilk (Ludwigsburg),
Walter Braun, Leiter  des Wasser- und Schifffahrtsamts Stuttgart, sowie Martin Lehmann vom Regierungspräsidium Stuttgart.

Für alle Beteiligten war es ein mehr als befriedigendes Erlebnis. Der Aufwand für die Flößer muss als logistische Meisterleistung
bezeichnet werden. Die Stämme mussten mit dem Langholzwagen transportiert, ein Kran aus dem Kieswerk organisiert, das
Material zu Wasser gelassen und die Stämme eingebunden werden. 6 Flößer reisten hierzu schon am Samstag an, vier
weitere stießen am Sonntag dazu und drei „Flößerfrauen“, für das Kulinarische zuständig ergänzten die Truppe.




Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil - Zurüsten, Einbinden, Floßfahren.

Von Wolfgang Tuffentsammer

Bereits zum dritten Mal reiste am Wochenende ein vierköpfiges Fernsehteam zu Filmaufnahmen bei den Schiltacher Flößern an.
Nach einer Holzfällaktion im städtischen Wald, dem Riesen der Stämme ins Tal sowie der Herstellung von 150 Wieden zum Einbinden
eines Floßes, sollte nun der letzte Teil von der Bearbeitung der Stämme am Ufer über den Transport und das Einbinden derselben
im Wasser bis zur eigentlichen Floßfahrt dokumentiert werden.

Ausgestrahlt werden sollen die Szenen im Rahmen eines Berichts über die Flößerei auf dem Rhein in der Senderreihe „Tera X“ im Mai 2016.
Die gigantischen Massen an Baumstämmen, die über ein halbes Jahrtausend hinweg – im sogenannten „hölzernen Zeitalter“ (Werner Sombart) –
auf dem Rhein bis nach Holland geflößt wurden, stammen ja zum großen Teil aus dem Schwarzwald.

Die Herausforderung für diese Aktion war noch größer als an den beiden vergangenen Wochenenden. Für die Schiltacher Flößer war eine
Woche Vorarbeit angesagt. Das Wehr und der inzwischen in die Jahre gekommene Gamber mussten instandgesetzt werden, eine
Ablage von wo aus die Stämme ins Wasser gerollt werden sollten, wurde am Ufer gebaut und alles für die Floßfahrt vorbereitet.
Am Samstag Nachmittag war es dann so weit, mit dem inzwischen angereisten Fernsehteam wurde die Szenenfolge der Aufnahmen detailliert abgesprochen.

Am Sonntag in der Frühe begannen dann die Aufnahmen. Zehn Stämme wurden am Ufer bearbeitet und ins Wasser gerollt, und dort
mit Wieden zu einem Floß eingebunden. Dies alles geschah mit Werkzeug, Ausrüstung und Methoden wie vor hundert Jahren.
Um die Mittagszeit wurde dann der vorläufige Höhepunkt des Tages, die Fahrt mit dem aus sechs Gestören bestehenden Gefährt
vorbereitet. Wo steht welche Kamera, welche Details sollen festgehalten werden, wann ergeben sich besonders ereignisreiche
Momente, die in Bild und Ton eingefangen werden sollen?

Nachdem zwei Fernsehleute von den Vereinsmitgliedern Kipp noch zünftig in die historische Flößerkleidung einschließlich Stiefel
ausgestattet wurden, begann mit etwas Verspätung die zwei Kilometer lange Fahrt zum Hohenstein. Mit von der Partie war neben
dem Fernsehteam auch – wie schon öfters in der Vergangenheit – Bürgermeister Thomas Haas.

Es waren nicht nur die drei miteinander verbrachten Wochenenden und die gemeinsame Arbeit, die bei allen am Projekt Beteiligten
fast schon freundschaftliche, in jedem Fall aber kameradschaftliche Gefühle verursachten. Besonders die gemeinsame nicht immer
ungefährliche Fahrt – eine alte Ur-Erfahrung, die jeder Flößer kennt – schweißt zusammen! So war es dann selbstverständlich, dass
man sich zum Ausklang des Tages im Floßschopf zum Flößerbier und Vesper zusammenfand.

Es gehört zu den Alltagserfahrungen, dass Kameraleute und Regisseur nach einem Arbeitstag im Hotelzimmer gemeinsam das
Ergebnis ihrer Arbeit am Laptop sichten. Dass dies aber in geselliger Runde zusammen mit den Darstellern in deren Floßschopf
mittels eines spontan beschafften Beamers geschieht, ist doch eher ungewöhnlich. So konnte Flößerobmann Thomas Kipp am
Ende eines ereignisreichen Tages gut gelaunt und zufrieden mit den phantastischen Bildern von einem phantastischen
gemeinsamen Abenteuer festhalten: „Terra X–Premiere im Floßschopf“.

 


Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil 2 - Das Wiedendrehen in Reinerzau

- von Pfr. i. R. Wolfgang Tuffentsammer

Mit großem Interesse verfolgten die Fernsehleute von „Terra X“ die Herstellung der Wieden und hielten den Prozess
auf all seinen unterschiedlichen Stufen mit Mikrophon und Kamera fest. Ebenso wie das zahlreiche Publikum
staunten die Mitglieder des Fernsehteams über das alte überlieferte Handwerk.


    
Zum jährlichen Riesfest in Reinerzau, das traditionell zusammen mit den Wolfacher Flößern begangen wird, reisten heuer
neben dem ZDF – Fernsehteam auch die Schiltacher Flößer samt ihrem über 8 Tonnen schweren Wiedofen,
der seit dem Jahr 2002 seinen Dienst tut, an.

Schiltacher Flößer

Schiltacher Flößer


Neben den Stämmen, aus denen das Floß besteht, sind die Wieden, mit denen die Stämme zusammengebunden werden
das wichtigste Material der Flößer. Gewöhnlich findet das jährliche Wiedendrehen an einem Tag im Frühjahr statt.
In diesem Jahr waren die Schiltacher Flößer Ende März zur Eröffnung der Museumssaison bei den Vogtsbauernhöfen und
haben dort öffentlich ihr Handwerk vorgeführt.

Der in der Flößersprache verwendete Ausdruck "Wiede" leitet sich sprachgeschichtlich von dem althochdeutschen
Wort "Witta" = die Binde, das Band, ab. Ein solches Band, das der Kraft der schweren Stämme und des Wassers auch
bei der Fahrt übers Wehr standhalten soll, muss stärker sein als ein Seil.
    
Die Herstellung des Materials geht folgendermaßen vor sich: junge Haselnuss-Stangen werden im Wald geschlagen und
anschließend gewässert. Die Stangen saugen sich voll und werden vor dem eigentlichen Wiedendrehen im Ofen erhitzt („gebäht“),
das Wasser kocht dabei in den Stangen, anschließend werden die Haselnussstangen mit Hilfe einer zweiten   
Holzstange um die eigene Achse gedreht. Dabei lösen sich die Fasern von einander und aus einer Holzstange entsteht
eine Art Seil, die sog. Wiede, das Bindematerial der Flößer.

Schließlich werden die Wieden zu Kränzen zusammengebunden. Ca. 200 Wieden werden so jedes Jahr hergestellt,
im Floßschopf gelagert und im Sommer erneut gewässert, damit sie wieder beweglich werden und das Floß eingebunden werden kann.
    
An einem Wochenende im September sollten nun über 100 Wieden für die Fahrt auf dem Neckar und für den Fernsehbeitrag
hergestellt werden. Bereits Anfang der Woche hatte Bernd Jehle 160 Stämme geschlagen, mit seinem Kleinlaster nach Reinerzau
transportiert und mehrere Tage gewässert.


Sonntag morgens um acht Uhr wurde der Ofen angeheizt, ab 11 Uhr waren dann ein
Viertel der derzeit 27 Flößerkameraden, die an diesem Tag Zeit hatten, gefordert.


     
Bis zum Abend wurden pausenlos Wieden gedreht, größtenteils handelte es sich um Haselnussstangen, aber auch einige junge
Tannenstämmchen wurden verarbeitet. Bei einem solchen Exemplar mit 5 m Länge und einem Durchmesser von 5 cm
wurde den immer zahlreicher sich einfindenden Zuschauern klar, wie anstrengend diese Arbeit ist:
Drei Flößer – statt der sonst üblichen zwei – waren mit der Herstellung dieser Wiede beschäftigt.



Schon um die Mittagszeit tauchte ein Problem auf: Manche der Zuschauer und Besucher fragten, ob man die Wiedkränze
auch kaufen könne. Da durch Astverzweigung bedingt, immer ein gewisser Ausschuss entsteht, der zwar nicht mehr zum
Floß-Einbinden verwendet werden kann, aber als Dekoration immer noch was her macht, kann man diese durchaus hergeben.
Weil die Gäste jedoch mit ihren Wieden stolz über das Festgelände spazierten, wuchs die Nachfrage zeitweise enorm an,
so dass auch eigentlich brauchbares Material hergegeben wurde.
    
Hundertzwanzig Exemplare blieben am Abend aber doch noch übrig, die Spenden für die anderen Wieden wanderten am Ende
des Tages ins Festzelt. Mit einem gemeinsamen Abschluss zusammen mit den Wolfacher Flößern und der Riesgruppe aus
Reinerzau wurde der Tag beschlossen, die Stimmung und die Zufriedenheit mit dem Geleisteten war äußerst positiv.

 


Das ZDF bei den Schiltacher Flößern: Teil 1 - Die Baumfällaktion

Im Mai 2016 wird im ZDF im Rahmen der Senderreihe „Terra-X“ eine Folge über den Rhein und den Holztransport auf ihm nach Holland
zu sehen sein. Da viele „Holländerstämme“ aus dem Schwarzwald und insbesondere aus dem Kinzigtal stammten, war an einem
Septemberwochenende ein Filmteam zu Besuch bei den Flößern.
Da der Holzhandel bekanntlich mit dem Fällen eines Baumes beginnt, galt diesem Ereignis die erste Aufmerksamkeit des Filmteams.

1. Teil: Baumfällaktion im Schiltacher Stadtwald.
Gefällt wurde der Baum vom stellverttretenden Flößerobmann Hartmut Brückner und seinen beiden Söhnen Andreas und Michael
und zwar mit traditionellem Werkzeug, das über Jahrhunderte hinweg eingesetzt wurde und erst in relativ jüngster Zeit durch
moderne Maschinen ersetzt wurde. Mit dabei auch die „Lehrlingsaxt“, die von Hartmut Brückners Schwiegervater stammt.

Gefällt werden sollte eine starke Tanne mit bis zu 70 Zentimeter Durchmesser. Das Unternehmen forderte viel Geschick und
Erfahrung, über das die drei Holzhauer durch vielfältigen Umgang mit dem Naturmaterial Holz geübt, durchaus verfügen.
Zunächst kam es darauf an, die Fällrichtung zu bestimmen. Da die gefällten Stämme mit dem dickeren Ende zuerst talwärts
gezogen werden, ist dir Richtung, in die der Baum fallen sollte, gewöhnlich nach oben. Um den Fall des Baumes genau beobachten
und detailliert filmen zu können, wurde die Richtung nach unten geändert.

Alle Einzelheiten wurden unter den drei Holzhauern sorgfältig abgestimmt, schon Tage vorher immer wieder im Wald geprobt.
Jetzt war es so weit, eine Stelle, wohin der Baum fallen sollte, wurde bestimmt und im gemeinsamen Rhythmus legten die drei
Brückners los, das Fernsehteam hatte Mühe, alles genauestens festzuhalten.

Bevor die Aktion zu Ende gebracht wurde, wurde die Fallrichtung ausgemessen, die Kameras an ausgewählten Plätzen gezielt
platziert, eine davon direkt am Baumstamm. Natürlich bestand hier das Risiko einer Beschädigung, aber der Reiz, das Fallen
präzise im Bild festhalten und dokumentieren zu können überwog die Bedenken. „Hauptsache die Speicherkarte überlebt“
kommentierte ein Crewmitglied.

Der Rest verlief jetzt planmäßig, sowohl zur Freude der Holzhauer als auch des Filmteams. Der Baum schlug exakt an der
berechneten Stelle auf. Den Teilnehmern bot sich ein Fest für alle Sinne dar, wovon allein der Geschmack und Geruch des
Waldes in Bild und Ton leider nicht festgehalten werden kann Aber die sichtbare Spannung beim langsamen zu Boden Gehen
des mächtigen Baums, sowie die Geräusche beim Aufschlagen und das Krachen an der Bruchstelle werden sicher im geschnittenen
Film gut rüberkommen.

Das Filmteam war begeistert und freut sich schon auf die beiden nächsten Begegnungen mit den Schiltacher Flößern:
Dem Wiedendrehen in Reinerzau und dem Einbinden eines Floßes mit abschließender Fahrt über das Wehr.
Dies wird im Oktober stattfinden, die Berichte werden fortgesetzt.


 

 


Mühlenwehr beim Bachbeck

27. August 2015: Wohl ein letztes Mal, anlässlich der "Schiltnacht" und bevor die Hochwasserschutzmaßnahmen auch hier greifen,
haben die Schiltacher Flößer das alte Mühlenwehr beim "Bachbeck" aufgestaut: Zur Erinnerung an die alte Wasserableitung, die die
Werke der "Äußeren Mühle" und anderer Betriebe in der Gerbergasse einst mit der notwendigen Energie versorgte.   



 


Internationales Flößertreffen in Valstagna/Italien

Einmal jährlich lädt die „internationale Flößervereinigung“ alle Flößergruppen zu einer Veranstaltung ein.
In diesem Jahr fand die Deligiertenversammlung im italienischen Valstagna statt.
Etwa vierhundert Flößer aus aller Welt nahmen zwischen dem 10. und 13. Juni an den Festlichkeiten und
Versammlungen teil. Aus dem Schwarzwald waren neben 16 Schiltachern auch Teilnehmer der "Wolfacher Kinzigflößer"
sowie der "Flößerzunft Oberes Nagoldtal" dabei.
Geboten wurden von den italienischen Gastgebern nicht nur Kulinarisches, sondern auch Kulturelles rund
um die Flößerei. Den drei Schiltacher Deligierten, Thomas Kipp, Hartmut Brückner und Otto Schinle kam die
Aufgabe zu, einen Nachfolger für den scheidenden Präsidenten zu wählen. Die Wahl fiel auf den 32 jährigen
Miguel Gordò, er kommt vom spanischen Flößerverein Noguera Palaresa und ist Nachfolger des langjährigen
Präsidenten Angel Portet, der (mit einer kurzen Unterbrechung) seit 1994 im Amt war.
Eine Herausforderung nicht nur für den Präsidenten, sondern auch für die 42 Vereine, wird in der nahen Zukunft
die Jugendarbeit und die damit verbundene Weitergabe und Sicherung der Traditionen der Flößerei sein.
Weitere Höhepunkte waren eine feierliche Heilige Messe mit Fürbitte um den Segen des Schutzpatrons der
Flößer, dem heiligen Nicolo so wie ein Wettrennen zwischen neun Flößen, wo es um Geschicklichkeit und
Geschwindigkeit ging. Auf einem Umzug der verschiedenen Flößergruppen wurden neben typischen
Gerätschaften der Kinzigflößerei von den Schiltacher Teilnehmerinnen die heimische Lehengerichter
und die Fürstenbergische Tracht präsentiert.
Die Ortschaft Valstagna ist ebenso wie der Fluss Brenta außerhalb Italiens nicht sehr bekannt, obgleich
Johann Wolfgang von Goethe in seiner „Italienischen Reise“ beschrieben hat, wie er per Schiff (kein Floß!)
auf diesem Fluss nach Venedig schipperte!
Der Ort selbst war Jahrhunderte lang für den Holzhandel mit dem ca. hundert Kilometer entfernten Venedig
von großer Bedeutung. Es wurde nicht nur Bauholz für den Städte- und Schiffsbau verflößt, Venedig war
darüber hinaus ein weltweit wichtiger Handelspartner, es war das Zentrum der mittelalterlichen Weltwirtschaft.
Von hier aus ging das Holz in die ganze Welt. Antonio Stradivari und andere Instrumentenbauer bezogen das
wertvolle Rohmaterial für ihre Violinen, das Holz der „Haselfichte“, aus den Dolomiten und von den Hängen
des Brentatals. Für die Flößer ist es eine interessante, immer wieder vertretene Hypothese, dass der sagenhafte
Klang etwa einer Strativari, für welche heute bis tu mehreren Millionen Euro bezahlt wird, aufs Engste mit der
Flößerei zusammenhängt: Das Holz lagerte oft Wochen oder Monate lang in den Häfen von Venedig und nahm
dort aus dem Wasser zahlreiche Mineralien auf, was den geheimnisvollen Klang erklären könnte.
Jedes Jahr wird in einem anderen Mitgliedsland ein Internationales Flößertreffen organisiert.

2016 findet das Treffen in Lenggries – Deutschland vom 16. bis 19.Juni statt.
2017 ist Maribor in Slowenien für die Ausrichtung vorgesehen.



Neues Schaufloß für Schiltach

Die Schiltacher Flößer erneuerten das 8 Jahre alte Schaufloß an der Schüttesäge.
Mit einem Schwerlastkran wurde es auf seinen Platz gebracht.
Das Schaufloß an der Schüttesäge in Schiltach musste erneuert werden. Vor acht Jahren hatten es die Flößer aus
Anlass des Internationalen Flößertreffens dort angebracht. Nun war das Holz teilweise verwittert und faulte.
Mit einem Kranwagen wurde das Floß an die richtige Stelle gehievt. Das Floß thront mehrere Meter über dem
Schüttesägekanal auf einem Stahlträgerrahmen, der von alten Betonpfeilern des ehemaligen Sägegebäudes gehalten wird.
Bereits im vergangenen Jahr waren sie Stämme während der Winterruhe im Stadtwald geschlagen worden.
Am Floßschopf machten sich die Schiltacher Flößer unter der Leitung des stellvertretenden Obmanns, Hartmut Brückner
ab März ans Werk und bauten immer dienstags am neuen Schaufloß.
Insgesamt verbauten die Schiltacher Flößer 32 Stämme mit rund 30 Festmetern Holz.
Das neue dreiteilige Schaufloß ist 3,20 m breit und rund 25 m lang. Rund 14 Tonnen Gewicht
liegen auf der Stahlträgereinheit an der Kinzig.

 

 

 

 

 


Altes Holz aus Stauwehren

Von Wolfgang Tuffentensammer
Das Holz der in den vergangenen Wochen abgebrochenen Stauwehre zwischen Schiltach und Schramberg
ist teilweise sehr alt, das ruft auch die Wissenschaft auf den Plan. Da die Bauwerke auch für die Flößerei
eine wichtige Bedeutung hatten, haben die Schiltacher Flößer das Holz gerettet und bisher am Floßschopf aufbewahrt.
Immer wieder wurden die  Stauanlagen in den vergangenen Jahrhunderten überarbeitet und Teile ersetzt.
Die Hölzer aus den ganz unteren Lagern dürften aber Schätzungen nach sehr alt sein Ihr Erscheinungsbild ist
teilweise recht bizarr, da das Wasser über lange Jahre hinweg am Holz „gearbeitet“ hat. In Schiltach ansässige
Kunsthandwerker wollen deshalb die Stämme aufbereiten und an verschiedenen Stellen präsentieren.
Die Flößer unter ihrem Obmann Thomas Kipp, der sich auch intensiv mit der Geschichte der Flößerei im Kinzigtal 
und weltweit beschäftigt, interessiert neben der Konstruktion auch das Alter der Stämme, die in den Wehren verbaut wurden.
Deshalb wurde Kontakt aufgenommen zu Dr. Oliver Nelle vom „Dendrochronologischen Labor des 
Landesamts für Denkmalpflege“ Hemmenhofen am Bodensee. Die Wissenschaftler zeigten Interesse an der
Altersbestimmung der Hölzer und reisten in der vergangenen Woche mit einem fünfköpfigen Team aus Freiburg
und vom Bodensee an, um mehrere Proben von den Holzstämmen zu entnehmen.
Einen ganzen Tag lang wurde intensiv gesägt, gebohrt und schätzungsweise über 100 Proben entnommen.
Fünf Flößer samt einem Traktor unterstützten das Team, sie haben mit den Wissenschaftlern zusammen  gearbeitet,
gevespert, sich über das Handwerk der Flößerei und die Wissenschaft der „Dendrochronologie“ ausgetauscht.
Nebenbei haben sich die Fachleute für ihre Datenbanken auch noch am gegenwärtigen Holzbestand bedient und
so manches Stück mitgenommen. Ein Gegenbesuch im Institut am Bodensee ist jetzt schon angedacht.
Auf die Auswertung der Daten sind gleichermaßen die Fachleute und die Schiltacher Flößer gespannt.

 



"Drucke!" "Sperre" - Die Schiltacher Flößer auf Erkundungsfahrt
im unteren Kinzigtal am 11. April 2015

Von Hans Harter
Nicht schlecht staunten Passanten und Anwohner des Kinzigdamms zwischen Steinach und Gengenbach, als kürzlich
ein Floß auf dem Fluss dahergeschwommen kam, wie in den alten Zeiten der Kinzigflößerei - und erstmals wieder seit 1895.
Es waren Flößer aus Schiltach um ihren Obmann Thomas Kipp, die die ca. 12 km lange Flußstrecke befuhren, und dies
nicht zufällig: Wasserstand und Wetter waren günstig, und auf ihrer Kinzigkarte befand sich hier ein weißer Fleck, der noch
nicht erkundet und mit seinen Schwierigkeiten gemeistert war. Sie kamen auch bald zum Vorschein: Bacheinbauten wie
Schwellen und Wehre, die Mündung des Fröschbachs, die besondere Strömungsverhältnisse erzeugten. Da waren vor
allem der „Fahrer“ am Ruder, der den besten Weg im Fluss suchte, und die zwei „Sperrer“ gefordert. Etliche Male mussten
sie die hölzerne Floßbremse, den „Sperrstümmel“, in den Bachgrund rammen, was auch der stärkste seiner Art nicht aushielt
und zersplitterte. Doch lag Ersatz daneben, ebenso Bündel mit den obligatorischen Wieden, die das Floß zusammenhalten. 

Mit einer Geschwindigkeit von 5-7 km/h kam man in der raschen Strömung voran, bei einer Wassertiefe von bis zu 1m,
im Rauschen des Wassers, dem Ächzen der Wieden und Knirschen der Stämme. Ab und zu schallten die Kommandos:
„rechts“, „links“, „drucke“, „sperre“, die schon in früheren Zeiten das Manövrieren begleiteten und den alten Flößern den
Übernamen „Bachbrieler“ einbrachten. Ihre Leistung, riesige Quantitäten von Langholz über lange Strecken auf dem Wasser
zu befördern, mit einfacher, aber effektiver Technik und der Nutzung der natürlichen Flussenergie, ließ dem Flößerhandwerk 2014
die Anerkennung als „immaterielles Kulturerbe“ zukommen. Dem Prädikat gerecht zu werden, ist auch zukünftig das Anliegen der
die Flößerei-Traditionen pflegenden Vereine des Kinzigtals, der Schiltacher, Wolfacher und Schwaibacher. Letztere hießen die
Kameraden vom oberen Tal denn auch vor der turmreichen Silhouette der einstigen Reichsstadt Gengenbach
mit einem zünftigen Vesper willkommen.

 

 

 

Die Schiltacher Flößer in Willstätt 2015

 

Willstaett

 

 

 


Die Schiltacher Flößer beim Saisonauftakt der "7 im Süden"
am 29. März 2015 im Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogstbauernhof Gutach

Die Schiltacher Flößer haben ihre jährliche  Wieden-dreh Aktion in den Vogtsbauernhof verlegt, um bei der Saisoneröffnung
am 29. März zum Thema „Wald“ mit Vorführungen dabei zu sein.
Als Besonderheit wurde den Besuchern das Wiedendrehen gezeigt.

Die Floßwiedenhölzer, bis zu 6 m lang, werden als grüne Stämmchen geschlagen, entastet und danach gewässert,
d.h. in einem Weiher eingeweicht. Die Verarbeitung zu Wieden erfolgt dann im Wiedofen, der die Form eines Backofens hat
und 4 - 5 m lang sein sollte. Dort werden die Stämmchen erhitzt, man spricht vom "Bähen". Auch hier gibt es den Spezialisten,
der den Ofen fachmännisch anheizen kann und die richtige Temperatur so zu halten versteht, dass der Saft der 3 - 5 cm dicken
Hölzer zu kochen beginnt und die Rinde aufspringt.
Die heißen Stangen werden nun im "Wiedstock", einem kräftigen Holzstamm, der im Boden sitzt, verankert.
Dabei wird das dicke Ende, der "Botten" in einem Bohrloch eingespannt und fest verkeilt. Das Wiedendrehen erfordert viel
Geschicklichkeit in einer besonderen Technik. Durch eine gedrehte
Schlinge am dünnen Ende wird eine Drehstange geschoben
und zwei kräftige Flößer drehen nun die Wiede um die Stange. Beim Drehen springt die Rinde vollends ab und der brodelnde
Saft spitz heraus, ein gutes Zeichen, denn so lässt sich die Wiede am besten verarbeiten. Die gedrehte Wiede wird vom
Wiedstock genommen, zu einem Ring verschlungen und in einem Bund zu mehreren Wieden zusammengelegt.
Bevor die Wieden dann zum Einbinden der Flöße verarbeitet werden, müssen sie nochmals ausreichend gewässert werden.
Für ein Floß, aus 6 Gestören bestehend, werden etwa 180 Wieden verwendet.


 

 

 


Die Flößerei wurde in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen

Bundesweites Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes
erstellt im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes (2003)

Die 32. Generalkonferenz der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (im Weiteren UNESCO genannt)
hat im Oktober 2003 das Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes beschlossen. Dieses sieht in Artikel 11 und 12 vor,
dass von den Vertragsstaaten nationale Verzeichnisse des immateriellen Kulturerbes in ihrem Staatsgebiet zu erstellen sind, welche
regelmäßige aktualisiert werden sollen. Mit dem Beitritt zu diesem UNESCO Übereinkommen im Juli 2013 hat Deutschland diese
Verpflichtung übernommen. Zur Umsetzung dieser Verpflichtung erstellt Deutschland das bundesweite Verzeichnis des immateriellen
Kulturerbes unter Beteiligung mehrerer staatlicher Stellen und der Deutschen UNESCO-Kommission (im Weiteren DUK genannt).
Das erste Bewerbungs- und Aufnahmeverfahren für das Verzeichnis lief von Mai 2013 bis Dezember 2014. Das bundesweite Verzeichnis
wird von deutschen Stellen im Rahmen der nationalen Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des
immateriellen Kulturerbes erstellt.

Das Expertenkomitee würdigt den Vorschlag der „Flößerei“ als gesellschaftliche und regionale Wissenstradition,
die über praktische wie theoretische Erfahrungen vermittelt wird, ländliche mit städtischen Wirtschaftsbereichen
verbindet und durch theoretische wie freizeitliche Betätigungs- und Erlebnisformen
lebendig gehalten wird.
(Auszug vom Brief vom Expertenkomitee an die deutsche Flößerveinigung vom 12.12.2014)


 

 

 


Wanderung auf dem Kinzigtäler Flößerpfad
26. Oktober 2014

Die Schiltacher Flößer wanderten mit Frauen und Freunden am Sonntag, den 26. Oktober
ein Stück des Kinzigtaler Flößerpfades. Mit dem Zug ging es von Schiltach nach Loßburg,
ab Loßburg wanderte die Gruppe nach Alpirsbach. Unterwegs gab es neben kleinen Vorträgen
natürlich auch die eine oder andere Stärkung, um gutgelaunt ans Ziel zu kommen.

 

 

 


Schiltacher Bauernmarkt
19. Oktober 2014

 

 

Trachtenumzug in Gutach zum Jubiläum Vogtsbauernhof

Zu seiner Am Sonntag, den 21. September 2014 beteiligte sich eine Gruppe unserer Flößer mit ihrem
Leiterwagen am großen Umzug in Gutach anlässlich des Jubiläums "50 Jahre Schwarzwälder
Freilichtmuseum Vogtsbauernhof 1964-2014" und des gleichzeitig stattfindenden südbadischen
Bezirkstrachtenfests mit 3500 Mitwirkenden.




Die Schiltacher Flößer als "Bach-Archäologen"

Von Hans Harter

Mit schwerem Gerät wird derzeit an einigen Stellen das Bachbett der Schiltach aufgerissen, eine Maßnahme,
die auf Informationstafeln als „Beseitigung von Wanderungshindernissen für Fische“ erklärt wird. Die 1 Million € teuren
Eingriffe und Einbauten, die aufgrund einer Richtlininie der Europäischen Union vom Land Baden-Württemberg
durchgeführt werden, betreffen vor allem die quer im Bach liegenden historischen Wehre. Sie können von Fischen wie Lachs,
Bachforelle oder Flussbarsch auf ihrer Suche nach günstigen Laichplätzen nicht überwunden werden, auch nicht von
ihren Nährtierchen und anderen Kleinlebewesen.
Gewässerschutz und Verbesserung der ökologischen Situation für die Flussbewohner sind das Ziel, das jedoch mit einem
anderen kollidiert: der Erhaltung der von Menschenhand geschaffenen Wasserbauten, die bis in die Neuzeit die Nutzung
der Schiltach als Energielieferant für Mühlen, Sägen, Fabriken und die Flößerei ermöglichten. Für das Wirtschaften mit und
auf dem Bach bestand hier ein ganzes System von Wehren, das auch technikgeschichtlich bedeutsam war, so dass es vor
einigen Jahren als „Sachgesamtheit Flößerei“ unter Denkmalschutz gestellt wurde. Mit den ökologischen Maßnahmen im
Widerspruch, wurden den Anlagen jetzt ihre Eigenschaft als Kulturdenkmale genommen, zumal sie - ruinös und funktionslos -
allein noch historische Bedeutung hatten.




Gerade sie reizte jedoch den Schiltacher Flößerverein, der sich auch um Geschichte und Relikte der „alten“ Flößerei kümmert:
Er sah hier die Chance, der Funktion und dem Alter der Wasserbauten auf die Spur zu kommen. In Zusammenarbeit mit dem
Wasserwirtschaftsamt Offenburg begleitet er derzeit die Maßnahmen, birgt und dokumentiert die herausgerissenen Balken
und Eisenteile und führt sie ihrer wissenschaftlichen Bearbeitung zu. Wichtig ist vor allem die Altersbestimmung mittels
Jahresringzählung, wofür Holzproben entnommen und zur Untersuchung an Speziallabors gegeben werden.


- Schiltacher Flößer bergen die Reste des Korndörferwehrs.


Dafür gibt es schon erste Ergebnisse: Die Hölzer, die vom „Rappenweiher“, der einstigen Schramberger Floßeinbindestätte,
stammen, sind älter als die Nachrichten über die dort seit der Mitte des 19. Jahrhunderts intensiv betriebene Flößerei und
stammen aus den Jahren 1830 und 1712. Bei den gleichfalls dort geborgenen Steintrommeln, die in Zweitverwendung als
Fundamente in das Wehr eingebaut waren, stehen sogar die Fachleute vor einem Rätsel.


- Granitene Steintrommeln vom Schramberger Rappenweiher

Am besten erhalten war das „Korndörferwehr“ an der Keßlerhalde, zugleich letzte Erinnerung an die 1890 von Hermann Korndörfer
auf der Struthwiese erbaute Tuchfabrik. Mit einem 1,80 m hohen Absturz staute es den Fluss, von dem das Wasser in einem
Kanal ins Turbinenhaus und in die Fabrik geführt wurde, wo es für die Energiegewinnung und Tuchherstellung benötigt wurde.
So war dieses Wehr ein Beispiel dafür, wie die Lage Schiltachs an zwei Flüssen seine wirtschaftliche Entwicklung bestimmte:
Gewerbe konnten sich ansiedeln, die Landwirtschaft profitieren. Dies waren auch die Ursprünge des „Korndörferwehrs“, das
zuvor der Wässerung der sich rechts der Schiltach erstreckenden Struthwiese diente. Auch die links gelegene Schwaigwiese
besaß eine Bewässerung, deren Reste gleichfalls beseitigt wurden. Es wird sich zeigen, wie alt ihre Wuhrbalken und Streckbäume
sind, die die einstigen Wehrbauer zu den handwerklich kunstvollen Wasserbauten zusammenfügten. Als solche sind sie nun
verloren, aber nicht sang- und klanglos, sondern gut dokumentiert, der Erforschung zugeführt und in ihrer Bedeutung gewürdigt.


- Das intakte Wehr, gezeichnet im Jahr 1900 von Heinrich Eyth.

Fotos: Harter

 


Versammlung unter Pferdeköpfen. - Der Schiltacher Flößerverein in Winsen an der Aller

Zu seiner 27. Jahresversammlung hatte die Deutsche Flößervereinigung, der Dachverband von 25 Flößervereinen und Institutionen,
ins niedersächsische Winsen an der Aller geladen. Zusammen mit 14 anderen Gruppen nahm auch eine Abordnung aus Schiltach an dem
Treffen teil, das alljährlich Flößereibegeisterte aus allen Teilen Deutschlands zusammenführt, zu fachlichem Austausch,
persönlichem Kontakt, geselligem Beisammensein und der Abwicklung notwendiger Regularien.

Der Gastgeber, der Arbeitskreis Flößer des mitgliederstarken Winser Heimatverein, hatte als Tagungsort den „Museumshof“ ausgesucht,
ein eindrucksvolles Ensemble von alten Hofgebäuden, das der Verein als Freilichtmuseum aufbaute und das heute das kulturelle Zentrum
der Gemeinde bildet. Die einstöckigen Fachwerk-Klinker-Bauten mit reichem musealem und gastronomischem Innenleben tragen im Giebel
zwei gekreuzte, stilisierte Pferdeköpfe, ein altes Symbol der Gefahrenabwehr und weit verbreiteter Ausdruck niedersächsischer Identität,
wie auch das „Schnacken“ auf Plattdeutsch. Was wohl die Hausinschrift „Hol wiss wat du hass, denn reckt dat wiit“ bedeutet?


Auch innerhalb der deutschen Flößerfamilie brauchen die Winser sich nicht zu verstecken, haben sie doch bereits
legendäre Flößertaten vollbracht: Mehrere Fahrten auf Aller und Weser bis ins 140 km entfernte Bremen. Dafür bauten sie aus
100 Kiefernstämmen bis zu 30 m lange und 7 m breite Flöße, auf denen sie eine Woche unterwegs waren, wie ihre historischen
Vorgänger. Es war der Holzbedarf der Hanse- und Hafenstadt Bremen, der jahrhundertelang ins Binnenland ausstrahlte.
Er ließ an den Flüssen gelegene Dörfer wie Winsen zu Flößerorten werden, in denen die Männer sich dem Holztransport
zu Wasser widmeten, der hier erst 1930 aufhörte.



Ließ die Programmgestaltung dieses Mal keine Floßfahrt zu, so erfreuten sich die über 150 Teilnehmer nicht nur
der großen Gastfreundschaft und herzlichen Verbundenheit mit den „Winser Flößern“, sondern auch eines dichten
Programms, das vor allem dem Kennenlernen von Land und Leuten gewidmet war: Stadt und Schloss des nahen Celle
mit seinen 500 Fachwerkhäusern, Besichtigung von Wasser- und Windmühlen, besonders eindrücklich auch der
Besuch des Deutschen Erdölmuseums in Wietze, wo das erste und produktivste deutsche Erdölfeld bestand.
Die in voller violetter Blüte stehende Lüneburger Heide war Ziel einer Exkursion, bei der auch die Begegnung mit dem Schäfer
einer vierhundertköpfigen Herde von Heidschnucken nicht fehlte, die übrigens wieder vor zugewanderten Wölfen geschützt
werden müssen.
Der farbenprächtige Umzug aller Gruppen in Kluft und Tracht sowie ein von der Pastorin souverän gehaltener Festgottesdienst
beschlossen einen Deutschen Flößertag, der den Teilnehmern lange im Gedächtnis bleiben wird. Dies auch aufgrund der Auftritte
der Musiker der befreundeten Wolfacher Kinzigflößer, die sich im Zelt und auf der Heide in die Herzen spielten. Für alle aber gilt,
was mit Kreide auf eine Tür geschrieben stand:
„Wir wünschen den Flößern allzeit gute Fahrt!“







Schiltacher Flößer in Kärnten


Sie gehören inzwischen zum festen Jahresprogramm der Schiltacher Flößer – die Oberdrautaler Flößertage.
Nun war es wieder so weit. Vor wenigen Tagen begaben sich Schiltacher Flößer mit ihren Partnerinnen nach Kärnten, um dort an
den traditionellen Oberdrautaler Flößertagen aktiv teilzunehmen und die Drau mit einem eigens dafür gebauten Floß zu befahren.
Insgesamt 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich auf den Weg, für einige war es Neuland, andere waren schon in
früheren Jahren mit dabei, alle voll gespannter Erwartung. Die Flößerei auf der Drau hat in Kärnten eine lange Tradition.
Die Drau entspringt im Pustertal in Südtirol im Gemeindegebiet von Innichen. Sie fließt in Richtung Osten und somit in Richtung
Schwarzes Meer und mündet nach 749 km in Kroatien in die Donau.
Vor allem im Frühsommer zur Zeit der Schneeschmelze führt sie große Wassermengen. Westlich von Oberdrauburg unterhalb
von Lienz erreicht die Drau Kärnten. Zwischen Lienz und Spittal liegen mehrere Orte an der Drau, deren Flößergruppen jährlich
die „Oberdrautaler Flössertage“ veranstalten.



Jede örtliche Gruppe baut ihr Floß an der Einbindestelle in Oberdrauburg. Seit einigen Jahren sind die Schiltacher Flößer als
Gastflößer mit dabei und binden ihr eigenes Floß ein, wobei das Floßholz von der Marktgemeinde Sachsenburg zur Verfügung
gestellt wurde. Insgesamt 6 Flöße sind 3 Tage in Etappen auf ihren selbst gebauten Flößen unterwegs, unter ihnen auch die
Schiltacher Flößer. Zunächst aber war schweißtreibende Arbeit angesagt. Ein ganzer Tag wurde benötigt zum Einbinden des
Floßes unter schwierigsten Bedingungen am Ufer der Drau bei hohem Wasserstand im schnell fließenden Wasser.
Nur die „Kraftgestalten“, um mit Heinrich Hansjakob zu sprechen, unter den Flößern konnten in der starken Strömung standhalten
und die schwierige Arbeit verrichten.










Besorgte Blicke galten dem Wasserstand der Drau, der auch am Tage des Floßbaus nicht zurückging und die Floßfahrt überhaupt
in Frage stellte. Allerdings, so die Drautaler Flößer, sei bei den Drautaler Flößertagen noch nie eine Floßfahrt „ins Wasser gefallen“. 
Und es ging dann auch in diesem Jahr gut, die Drau beruhigte sich und der Wasserstand ging zurück, letztendlich waren die
Bedingungen geradezu ideal. Alle Flößer, gelangten nach ca. 60 Kilometern in mehreren Etappen wohlbehalten ans Ziel oberhalb
von Villach. Die Schiltacher wie immer geführt und beraten von Sachsenburgs Flößer und Bürgermeister Wilfried Pichler.

























Spannend waren jeweils am Ende einer Etappe die Anlandungen am Ufer. Die Drauflößerei kennt keine Gestörflöße, die Floße
haben keine Sperren oder Bremsen, sind eingliedrig mit ca. 13m Länge und müssen von am Flussufer stehenden kräftigen
Männern (ca. 7 bis 10 Personen) mit dem Seil „eingefangen“ und an einem Baumstumpf festgemacht werden.
Ist das Floß nicht nahe genug an den „Fängern“ oder ist das Seil vom Floß aus schlecht geworfen, rauscht das Floß an
den „Fängern“ vorbei Drau abwärts. So erging es in diesem Jahr den Sachsenburger Flößern. Die Schiltacher hingegen
hatten keine Probleme. Wieder einmal konnten sie die herrliche Landschaft Kärntens vom Floß aus betrachten.
An jedem Etappenziel erwartete die Flößer ein kleines Fest, von den jeweiligen Gruppen organisiert. So kamen Essen, Trinken,
Kennenlernen und Gespräch zu keiner Zeit zu kurz. Eine kleine Wanderung um den Weißensee in herrlicher Landschaft
rundete das Programm ab. Glücklich und zufrieden traten die Schiltacher die Heimreise an, voll neuer Eindrücke.
Danke den Kärntner Flößern für ihre angenehme, herzliche Gastfreundschaft.






Impressionen vom Fischerbacher Strandfest

 

 

 

 

 

 


"Die Schiltacher Flößer bei den
"Tagen der offenen Tür bei VEGA" am 28. und 29. Juni 2014"

 


„Das brächte heute keiner mehr fertig.“ -
In den Fußstapfen der alten Schiltacher Flößer

 

Vor mehr als 180 Jahren hatten Schiltacher Schiffer die Idee, im Südschwarzwald Waldungen aufzukaufen und über die Wutach
zu den Holzmärkten am Hochrhein zu transportieren. Dafür benötigten sie viel Kapital, aber auch die Technik und Erfahrung der
hiesigen Flößer. Sie sollten den durch seine Schlucht bekannten Fluss für die Flößerei herrichten und den Transport der Stämme
bis zum Rhein bei Waldshut-Tiengen übernehmen. So machten sich seit 1831 Schiltacher Flößer gruppenweise zu Fuß auf den Weg
und marschierten ins 14 Wegstunden entfernte Wutachtal. An Pfingsten 1833 war auch der gerade schulentlassene
Christoph Trautwein dabei, um seinen dort als Flößerobmann tätigen Vater und die beiden Brüder zu besuchen.
Er brachte ihnen die Nachricht vom Brand im Vorstädtle, bei dem die alte Pfarrkirche zerstört worden war.
Für den Rückweg vom Vater mit Reisegeld versehen, musste er nicht ganz durchlaufen, sondern konnte in Donaueschingen übernachten.

Seit 1834 selber Flößer an der Wutach, wurden diese Fußmärsche für den inzwischen 16jährigen Christoph zur Routine, da es die
Schiltacher an Feiertagen, zu Festen oder bei Wasserklemme in die Heimat zog, wo auch das eine oder andere Mädchen wartete.
Im Winterwetter kam dabei der Wachholderschnaps nicht zu kurz, was zweien, die im Schneetreiben liegen blieben, ohne Hilfe
der Kameraden fast zum Verhängnis geworden wäre.

Als im Juli eine Hochzeit angesagt war, machten die älteren Brüder von Grimmelshofen an der Wutach eine „Nachtreise“ nach
Schiltach, wo sie pünktlich zum Kirchgang ankamen. Christoph selber, vom Bruder Ulrich mit einem Taler ausgestattet, blieb im
„Adler“ in Riedböhringen (Stadt Blumberg). Um 4 Uhr früh brach er mit Hornberger Gerbern auf, bis Mönchweiler, und zog dann
allein über Königsfeld nach Schramberg. Von allen Brunnen am Weg trinkend, schaffte er es nach Schiltach in 12 Stunden,
wobei er auf den letzten 10 km oft ausruhen musste. Doch schrieb er stolz: „Ohne ein einziges Mal einzukehren, das brächte heute
keiner mehr fertig.“ Er wollte es freilich auch „keinem raten, denn von Schramberg bis Schiltach bin ich gewiss 20 Mal hingesessen.
“ Dass er dann gleich seine „Sonntagskleider“ anzog, ins „Lamm“ zur Hochzeit ging und den gesparten Reisetaler für den ersten
Schoppen Wein wechseln ließ, war der krönende Abschluss der für den jungen Burschen doch recht anstrengenden Tour.
„Das brächte heute keiner mehr fertig.“ Dieser Satz in der Autobiografie des in Schiltach bis heute bekannten Flößers, Schiffers
und Bürgermeisters Adolf Christoph Trautwein (1818-98) ließ Hartmut Brückner, den Vize-Obmann des heutigen Schiltacher
Flößervereins, nicht ruhen. Nicht, dass er seinen Vorgänger irgendwie ausstechen wollte, doch reizte ihn die sportliche Herausforderung,
es mit einem der „Alten“ aufzunehmen, vor allem aber, zu klären, „ob dies überhaupt machbar ist, diese Strecke von ca. 65 km ohne
Pause zu laufen.“ Am Pfingstssamstag, 7. Juni 2014, hat er es gewagt, hier sein Reisebericht: „Um 3:41 bin ich in Riedböhringen losgelaufen.
Die Tour ging über Behla, Hüfingen, Bräunlingen, Wolterdingen, Tannheim, Villingen, Mönchweiler, Königsfeld, Hardt, Schramberg
nach Schiltach. Um 15 Uhr bin ich angekommen. Ich war 11 Stunden und 19 Minuten unterwegs und bin die Strecke komplett ohne
Pause durchgelaufen. Als Verpflegung hatte ich dabei: ein Doppelbrot belegt mit Schinken, zwei Liter Wasser, zwei Müsliriegel, eine Banane.
Vom Hardt nach Schramberg bekam ich zwei Blasen an den Fußsohlen, das Laufen wurde dadurch beschwerlicher, letztendlich
bin ich doch glücklich angekommen.“ Über einen solchen Reise- und Flößerkameraden hätte sich Christoph Trautwein sicher
sehr gefreut.

BU: Alte und aktueller Schiltacher Flößer: Zeichnung von Wilhelm Hasemann (1889). - Hartmut Brückner nach seiner Tour (2014).

 

Internationales Flößertreffen in Lettland

Link zum Film aus Lettlandvom 26.6.14


Beim Internationalen Flößertreffen in Lettland: „Schiltach people“ - europaweit. Von Hans Harter


Das Wort war bald gelernt: „Pils“ bedeutete nicht das erwartete Getränk, sondern „Burg“, während das
Wort zum Löschen des Flößerdursts „Alus“ hieß. Anlass für das Sprachspiel war das Internationale
Flößertreffen 2014. Es führte die Schiltacher Flößer nach Lettland, wo sie die europäischen Flüsse, die
sie schon befuhren, um die Gauja vermehren konnten.



Der 452 km lange, viel besungene Fluß durchströmt das kleine baltische Land, um nördlich von Riga in
die Ostsee zu münden. Die heutige Haupt- und einstige Hansestadt war schon im Mittelalter ein
Holzhandelsplatz, wobei es Flößerei auf der Gauja wohl schon damals gab. Im 19. Jahrhundert kamen
im Jahr über 200 große, mit Rudern gesteuerte Langholzflöße den Fluss herab. Auf ihnen standen
Holzhütten, in denen die Besatzungen während der Fahrt hausten. Als 1903 ein Kanal nach Riga gebaut
war, kam die Triftflößerei dazu. Noch 1960 versorgte sie Sägewerke und Fabriken mit jährlich 100.000
Festmeter Holz. Die Triften waren transporttechnische Großunternehmen, die den Fluss kilometerlang
„hölzern“ machten und vielen Menschen, die das „Holztreiben“ überwachten, Arbeit gab.



Ein damaliger Flößer vermittelte seine Kenntnisse jungen Enthusiasten, die sich zum „Verein der Gauja-Flößer“
zusammenfanden. Sie organisierten das Treffen der Internationalen Flößervereinigung, der auch der
Flößerverein Schiltach angehört. Seine stattliche Delegation erlebte ein Wiedersehen mit Freunden aus
allen Ländern und ein vielseitiges Programm, dessen Höhepunkte die Floßfahrten auf der Gauja waren.
Dabei durfte der träge fließende, doppelt mannstiefe Fluß nicht unterschätzt werden: Von den Steilufern
ragten immer wieder abgerutschte oder durch Biber umgestürzte Bäume als gefährliche Hindernisse ins
Wasser, ebenso stellten Sandbänke und Brückenpfeiler die Besatzungen auf die Probe.



Natürlich kam des Kennenlernen des Landes nicht zu kurz, bei Fahrten durch endlose Kiefern- und
Birkenwälder wie beim geselligen Lagerfeuer und lettischer Folklore. Da wagte mancher Flößer ein
Tänzchen oder freute sich mit einer 100jährigen Lettin in feiner Tracht. Freundschaftliche Heiterkeit
und gelöste Stimmung herrschten auch beim Umzug der Vereine aus Spanien, Frankreich, Italien,
Slowenien, Bosnien-Herzegowina, Österreich, Tschechien, Deutschland, Polen und Finnland: Voraus
eine Kapelle, blumenbekränzte Mädchen und applaudierende Menschen, die das Spektakel genossen,
wie auch die zurückwinkenden Flößer und die Tracht tragenden Flößerfrauen. Dabei müssen die
Schiltacher gehörigen Eindruck gemacht haben, unterschied ihre Betreuerin doch zwischen „French people“,
„Finnish people“, „Austrian people“ und „Schiltach people“: Die Schiltacher zwar nicht „worldwide“,
aber doch europaweit!


Das Flößertreffen ist auch der Ort, wo es um gemeinsame Ziele und Regularien geht: Ein kleines Parlament,
in dem vielsprachig argumentiert und gedolmetscht wird. Angesichts der aktuellen Europa-Wahlen ein
„Miniatur-Europa“, das dem großen gleicht und auf seine Weise zu ihm führt, durch kulturellen Austausch
und Freundschaft auf dem lange verfeindeten Kontinent. Davon war in Lettland noch immer etwas zu spüren:
Inmitten des aufstrebenden, jungen EU-Landes lebt unübersehbar eine russische Minderheit, die ärmlich
und am Rand stehend wirkt. Daneben die Angst, vor allem der Älteren, angesichts der Ukraine-Krise, die
die Zeiten wachruft, als ihr Volk Spielball seiner mächtigen Nachbarn war. Sie sprechen von der „Okkupation“,
die von 1940 bis 1991 dauerte und nie mehr zurückkehren soll.

 

 

 

 

Schiltacher Flößer sanieren Fächerbaum und Abgang zur Lehwiese
Nun wurde auch der letzte Fächerbaum ersetzt. Es handelt sich um den Fächerbaum am Ostportal zwischen
den beiden Tunneln. Die ersten Fächerbäume wurden anlässlich des int. Flößertreffens 2007 aufgestellt.
Diese sind nun sukzessive den Witterungseinflüssen zum Opfer gefallen.

 

Der bei der Bevölkerung sehr beliebte und gut angenommene Abgang vom Hirschen zu Lehwiese bedurfte,
bedingt durch Witterungseinflüsse. der dringenden Reparatur. Unter Federführung des Obmanns
Thomas Kipp und seinem Stellvertreter Hartmut Brückner wurden die oberen Stämme ersetzt.
Der Abgang ist den früher für die Holzbringung aus den Wäldern benutzten Riesen nachempfunden.

abgang

 

 

Schiltacher Flößer in Tübingen bei der Veranstaltung "Unser Neckar"

In Tübingen fand am letzten Septembersonntag der Aktionstag „Unser Neckar“ statt.
Dazu hatte der Tübinger Regierungspräsident auch die Schiltacher Flößer eingeladen.
Bei schönem Herbstwetter präsentierten sich die Flößer auf der Plataneninsel vor der
herrlichen Altstadtkulisse.
Eine stattliche Gruppe von 18 Flößern und einigen Flößerfrauen waren am frühen Sonntagmorgen
angereist und brachten ein Floß mit 5 Gstören mit, das auf dem Neckar
zu Wasser gebracht wurde und mehrmals flussabwärts pendelte. Nach über 100 Jahren
fand somit in Tübingen wieder eine Fahrt mit einem Gelenkfloß statt.
Seitens der Bevölkerung bestand großes Interesse am traditionellen Flößerhandwerk.
Informationstafeln, einschlägige Literatur und die Vorführungen der Flößer beim Bearbeiten 
des Floßholzes fanden viel Beachtung. Das Publikum konnte sich dabei gemütlich niederlassen
und die beliebten Flößerwürste genießen. Der Bauhistoriker Tillman Marstaller aus Tübingen, den
die Flößer aus anderen Treffen her kannten, bot Kurzvorträge und Stadtführungen zum Thema
Flößerei an.
Am Nachmittag sagte sich darüber hinaus prominenter Besuch an, Umweltminister
Untersteller und OB Palmer, in Begleitung des RP Stampfer, besuchten die Flößer, Palmer
zeigte anschließend auf bei der Floßfahrt sein Talent.
Ein sehr schöner Tag endete gegen 18 Uhr mit dem Gefühl, die Flößerei auch in Tübingen
wieder stärker ins Bewusstsein gerückt zu haben.

Schiltacher Flößer Tübingen

Wieder ein Gelenkfloß in Tübingen

flößer Tübingen

Die Schiltacher Flößer wurden mit offenen Armen empfangen

flößer tübingen

 

Ein Umsteiger

Viel Betrieb auf dem Neckar (gibt es in Tübingen Vorfahrtsregeln auf dem Neckar?)

Wendemanöver

OB Palmer besuchte die Schiltacher Flößer,

betätigte sich als Flößer und

und gab die Richtung vor.

Manchmal wurde die Fahrt etwas eng,

 

und es mußte wieder gewendet werden.

Ein schöner Tag für Tübingen und für die Schiltacher Flößer.

 

Internationales Flößertreffen in Böhmen

Über den Goldenen Steig in den Böhmerwald

Das Internationale Flößertreffen fand in diesem Jahr in Südböhmen statt.
Eingeladen hatte die Folklore-Vereinigung Libin-S aus Prachatice, einer Stadt mit über 900-jähriger Tradition
am Goldenen Steig, auf dem das bayrische Salz hinauf nach Böhmen transportiert wurde und dessen Handel zu
Reichtum führte. Dies ist heute noch am Stadtbild zu sehen, der Renaisance-Stil beherrscht den Hauptplatz von Prachatice.
Hier im Herzen der Stadt hatten auch die acht Schiltacher Flößer mit ihren Frauen Quartier bezogen. Insgesamt trafen sich
die Flößer aus zehn europäischen Ländern.


Neben der Generalversammlung der Int. Flößervereinigung unter Leitung ihres Präsidenten Angel Portet aus Katalonien lag
das Hauptaugenmerk auf dem „Schwarzenbergischen Schwemmkanal“, dem technischen Denkmals Südböhmens überhaupt.
Mit seinem Bau wurde 1789 während der Herrschaft der Schwarzenberger, einem bedeutenden Adelsgeschlecht in Böhmen,
begonnen, Baumeister war Josef Rosenauer. Erste Überlegungen zu diesem Kanal bestanden bereits im 14. Jahrhundert,
doch erst 400 Jahre später wurde die mutige Idee umgesetzt und der wirtschaftlich so wichtige Wasserweg in einer Länge
von 44 km gebaut und 1822 fertig gestellt. Zu seiner Zeit war er einer der merkwürdigsten Wasserbauten, doch sein Nutzen
war immens, konnte doch nun das Holz aus den waldreichen und oft unzugänglichen Gebieten des Böhmerwaldes
(tschechisch: Sumava) zur Großen Mühl geschwemmt werden, wo es dann weiter zur Donau nach Wien befördert wurde.
Dort bestand ein großer Absatzmarkt. Die Wegstrecke führte aus 916 m Höhe von der deutsch-tschechischen Grenze
überwiegend in östliche Richtung (teils durch Tunnel) hinunter ins oberösterreichische Mühlviertel. Dabei überquert der
Kanal auch die europäische Hauptwasserscheide zwischen Moldau und Donau.
Die Kapazität des Schleusengrabens, der am Boden 1,5 bis 2 m und oben 3,5 bis 4 breit sein konnte und eine
durchschnittliche Tiefe von 1 Meter hatte, betrug bei gutem Betrieb täglich 900 – 1.000 Klafter Holz. Entlang des Kanals
waren etwa 200 Menschen mit langen Floßstangen im Einsatz und sorgten dafür, dass das Holz richtig zu Wasser kam,
gleichmäßig abfloss und nicht verstopfte.

Eine große Flößergemeinde kann auf 4 wunderbare Tage in Südböhmen zurückblicken und wird sich 2014 auf Einladung der
lettischen Flößergruppe im Baltikum wiedersehen.

 

Schiltacher Flößerfest 2013 "Floßfahrt"

Hier sind Links zu Videos im Internet:

Mittelbadische Presse.TV

youtube Joachim Huber

Aber nun endlich die Bilder von der Floßfahrt:

Die Floßfahrt beginnt auf der Kinzig

 

Unter der Brücke durch zu Lehwiese

Es wird Halt gemacht und zwei weitere Gestöhre eingebunden

Zur Belohnung gibts Häppchen und Schnaps von den Hausacher Damen

Letzte Kontrolle des Wehrs mit einem kleinen Floß

Noch ist der Gamber geschlossen. Die Flößer warten noch auf Wasser, das weiter oben an der Kinzig
gestaut wurde.

Der Gamber wird geöffnet...

angeboben, "gegambt"

und zur Seite gefahren.

Der Weg ist frei

Mit genügend Wasser gehts los, da das Floß schneller ist als das Wasser

Hinter der ersten Kurve

Alles hat bestens geklappt

Die Flösser stärken sich nach ihrem Rückmarsch zur Lehwiese

Das Flößerfest geht zu Ende - und jeder kühlt sich auf seine Weise ab.

 

 

 

 

Schiltacher Flößerfest 2013 "Flößerspiele"

Schiltacher Flößer e.V.

Ein schönes Fest – die Flößer bedanken sich

Das vierte Schiltacher Flößerfest mit seinem vielfältigen und interessanten Programm wurde zu einem tollen Ereignis, zu einer ausgewogenen Mischung aus Unterhaltung, Historie, Freude, Brauchtum, Gemeinschaft, Harmonie und Begegnung. Dies wurde von den vielen Zuschauern und Festbesuchern auch immer wieder deutlich bestätigt.

Die Schiltacher Flößer mit ihrem Obmann Thomas Kipp freuen sich natürlich riesig über diesen Erfolg und sind den vielen Helfern und mitwirkenden Vereinen dankbar, die in bester Zusammenarbeit dieses Fest erst ermöglicht haben.

Thomas Kipp hat seinen Dank und seine Freude immer wieder  während des Festes zum Ausdruck gebracht. Dieser galt  zunächst seinen Flößer-Mannen für ihren unermüdlichen Einsatz bei der Organisation, bei der Demonstration des Flößerhandwerks, beim weiteren Rahmenprogramm und bei der kühnen Floßfahrt.

Dieser Dank galt ebenso  den Musikensembles mit der Stadt- und Feuerwehrkapelle Schiltach, der Trachtenkapelle Lehengericht, den „Original Geroldsecker Musikanten“ und den „Old News“, sowie  den Flößerfreunden aus Willstätt und Bertram Bächle für die Musik am Lagerfeuer. Ebenso den wackeren Teilnehmern der Flößerspiele, den Organisatoren des Kinderprogramms und den beteiligten Vereinen (Skiclub, Turnverein und Handball Förderverein sowie Motorradclub), für die hervorragende Bewirtung.

Weiterhin galt der Dank dem Moderator der Floßfahrt, Michael Grumbach, dem Schirmherrn, Bürgermeister Thomas Haas, den Mitarbeitern des städtischen Bauhofs
und den vereinsnahen Elektrikern für alle technische Hilfe. Schließlich den Nachbarn für ihr Verständnis, den Eignern des Festplatzes für die Überlassung des Geländes, den Ideengebern und Organisatoren des Schauspiels „ Feuer, Licht und Wasser“ an Schiltach und Kinzig.

Dankbar sind die Flößer den vielen Besuchern für ihr Kommen, ihre Begeisterung und ihre Treue. Den Trachtenträgerinnen aus Hausach für die Bewirtung auf dem Floß, den Schiltacher Museen für die Öffnung ihrer Flößerausstellungen und Sonderführungen sowie den vielen ungenannten „Kümmerern“.

Das Flößerfest beginnt....

Faßanstich durch Bürgermeister Thomas Haas

Der Flößer und Schiedsrichter Hartmut Brückner

Baumstammrollen ist angesagt

Baumstammziehen und manchmal sind auch Füße im Weg

... oder auch größere Körper

Wettsägen auf Zeit - wer langsam sägt ist schneller fertig

1. Versuch die Glocke mit der Baumscheibe anzuschlagen ...

2. Versuch Sprung aus dem Wasser - gilt auch

Auch Flößer können mal feuchte Füße bekommen

Atmoshpäre mit Schwedenfeuer

Lagerfeuerstimmung mit den Willstättern Musikanten

So geht dann der erte Tag des Flößerfestes zu Ende

 

 

Vereinsgründung der Schiltacher Flößer

Vereinsgründung am 16.März 2013


 

Die Schiltacher Flößergruppe ist jetzt nach der Gründungsversammlung ein Verein.
Einstimmig wurde dabei die Satzung beschlossen und der erste Gesamtvorstand mit dreijähriger Amtszeit gewählt. Als Gründungsvorsitzender und Flößerobmann wurde Thomas Kipp berufen.
Ihm stehen der stellvertretende Vorsitzende und zugleich stellvertretende Flößerobmann Hartmut Brückner, Kassierer Fritz Trautwein, Schriftführer Klaus Neeb sowie die Beisitzer Erwin Wolber, Otto Schinle und Tobias Isenmann zur Seite, die alle einstimmig für drei Jahre gewählt wurden.


Von links:
Hartmut Brückner, Thomas Kipp, Erwin Wolber, Fritz Trautwein, Tobias Isenmann, und Klaus Neeb. Otto Schinle fehlt auf dem Bild.

 

Bei der Gründungsversammlung wurde eine Satzung verabschiedet und damit die Gründung eines rechtsfähigen und gemeinnützigen Vereins ermöglicht.


Bei der anschließenden kleinen Feier zur Vereinsgründung nannte Bürgermeister Thomas Haas die Vereinsgründung eine gute Entscheidung und würdigte das vielfältige Wirken der Flößer, auch in der Forschung und in den nationalen und internationalen Beziehungen. „Die Flößer sind ein hervorragender Werbeträger für Schiltach“ sagte er.

 

 

Die Schiltacher Flößer im Nensinger Himmel

Im Oktober waren Sie Schiltacher Flößer im Nensinger Himmel zum Wandern.
Heinz hat wieder mal eine ganz tolle Tour geplant und organisiert.
Anstrengend und wunderschön. Schaut einfach in die Gesichter.