Flußbaumaßnahmen und die Corona Pandemie hatten das Fest mehrfach verzögert – nach 10 Jahren war es endlich wieder soweit: die Schiltacher Flößer konnten ihr Flößerfest und gleichzeitig auch ihren 25. Geburtstag feiern.
Auf der Schiltacher Lehwiese war einiges geboten, der Flößertempel als Anlaufstation für Flößerbier und Flößerwürste und auch in den Zelten des Skiclubs, des Handballfördervereins und des Turnvereins wurden kühle Getränke und kulinarische Köstlichkeiten geboten.
In einem eigenen Ausstellungszelt informierten die Flößer über das historische Handwerk und gaben Einblicke in ihre 25 jährige Geschichte, mit den jüngsten Floßfahrten auf dem Rhein und der Donau. Parallel dazu war im Museum Schüttesäge eine Sonderausstellung aufgebaut mit Abbildungen der „Flöße dieser Erde“.
Zur Freude der Besucher verkehrte ein Pendelfloß zwischen Lehwiese und Gerbergasse, eine schweißtreibende Arbeit für die jungen Kollegen aus Reinerzau an den Floßstangen.
Fünf große Baumstämme geladen auf zwei historische Langholz-Schlitten erinnerten an die harte Arbeit der Waldhauer und Flößer in früheren Zeiten.
Bei schönstem Sommerwetter und breitem Publikum eröffnete Bürgermeister Thomas Haas und Flößerobmann Hartmut Brückner am Samstag das Fest mit dem Fassanstich.
Spektakuläre Flößerspiele: 5 Mannschaften ermittelten in 6 Disziplinen ihren Meister, beim Stämme rollen,Brennholztransport und Stamm ziehen am Land und im Wasser, Sägen und schließlich einer Mini-Floßfahrt zum Ziel an der Glocke. Glücklicher Gewinner war das Team „durstiger Donnerstag“- sie können sich auf eine Floßfahrt mit Freibier freuen.
Auch an die Kinder war gedacht: mit Begeisterung wurden Flöße gebastelt und im Kanal zu Wasser gelassen.
Am Abend Unterhaltungsmusik mit der Tom Robin Band, in toller Atmosphäre bei Feuer, Licht und Wasser. Zu später Stunde gabs noch handgeschabte Musik am Lagerfeuer.
Traditionell beginnt der Sonntag mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtkirche, geleitet vom Flößerkameraden Wolfgang Tuffentsammer und Diakon Oswald Armbruster unter musikalischer Begleitung der Lehengerichter Trachtenkapelle.
Mit dem Auszug der Trachtenkapelle, der Trachtengruppe und der Flößer zum Festplatz konnte das Fest am Sonntag beginnen.
Bei strahlendem Kaiserwetter begann das Konzert mit der Lehengerichter Trachtenkapelle, dem schloss sich die Stadtkapelle Schiltach an, die schließlich von den original Geroldsecker Musikanten abgelöst wurde. Die vielen Besucher kamen auf ihre Kosten – Blasmusik vom Feinsten.
Am Kinzigufer lag das große Floß mit 9 Gestören und einer Länge von mehr als 90 m, bereit für eine Floßfahrt über den Gamber. Mit 18 weiteren Stämmen wurde das Floß nochmals verbreitert, dabei konnten die Flößer traditionelles Handwerk demonstrieren, mit dem Schnäzen, Bohren und Einbinden der großen Stämme.
Unterstützt wurden sie von den Flößerkameraden aus Wolfach die am Wiedofen mit viel handwerklichem Geschick Wieden drehten. Ein Schmied und ein Wagner gaben ebenfalls Einblicke in ihr Handwerk. Ein Deichelbohrer zeigte dem staunenden Publikum wie früher Wasserrohre auch Holz hergestellt wurden.
Ein weiterer Höhepunkt des Festprogramms war das Fällen eines großen Stammes mit der Axt. Hartmut Brückner war nicht nur Moderator der fünfköpfigen Baumfäll-Gruppe, er legte selbst mit Hand an bis zum Kommando „Baum fällt“. Auch dieses eine Demonstration über den schweren Beruf unserer Vorfahren.
Immer wieder kam die Frage „wann ist die Floßfahrt“, der Höhepunkt des Flößerfestes.
Die angekündigte Floßfahrt musste aber leider abgesagt werden: Die zusätzlichen Anforderungen der Behörden an die Mindestabflussmengen von Kinzig und Schiltach konnten bei dem trockenen Wetter nicht erreicht werden. Eine Floßfahrt wie in früheren Zeiten, mit dem Stauwasser des Badewehrs und des Schlossmühlewehrs, wäre schon möglich gewesen, war aber wegen der hohen Anforderung an die Mindestwassermenge, von den Behörden nicht erlaubt.
Eine herbe Enttäuschung nicht nur bei den Flößern,sondern auch bei vielen Besuchern, die extra wegen der Floßfahrt angereist waren.
Otto Schinle 28.Juni 2023



































