Olivenbaum als Friedenssymbol bei der Flößerzeche
Die Flößerzeche war in diesem Jahr nicht nur feierlicher Jahresabschluss, sondern gleichzeitig auch ein Fest zum 25 jährigen Jubiläum der Schiltacher Flößer.
Flößerobmann Hartmut Brückner konnte neben der Flößerfamilie noch eine ganze Reihe von Ehrengästen in der Lehengerichter Halle begrüßen. Eine Abordnung der Wolfacher Kinzigflößer, Gäste aus Gengenbach, Schapbach und Reinerzau, der Präsident der Deutschen Flößervereinigung, Martin Spreng mit Gattin und auch der Schiltacher Bürgermeister mit Gattin waren der Einladung zum Jubiläum gefolgt.
Ein kleines Olivenbäumchen, als Symbol für Frieden und Völkerverständigung, war den Flößern bei ihrer Fahrt auf dem Rhein im Franziskanerkloster in Kamp – Bornhofenvon Pater Eryk übergeben worden. Seither begleitet es die großen Floßfahrten der Schiltacher Flößer, zuletzt auch bei ihrer Fahrt auf der Donau nach Wien.
In seinem Rückblick erinnerte der Flößerobmann an die Gründungsversammlung am 27. Mai 1998 im GasthausBrücke. Der damalige Bürgermeister, Peter Rottenburger, gab den Anstoss und Heinz Tappert fand gleich eine ganze Reihe Gleichgesinnter um eine Flößergruppe zu gründen. Paten waren die WolfacherKinzigflößer, die auch bereit waren ihr Wissen mit den Schiltachern zu teilen.
Das erste selbstgebaute Floß, mit Bäumen aus dem Schiltacher Stadtwald, war im Juni 2001 fertig und die Floßfahrt auf der Kinzig ein Höhepunkt des ersten Flößerfestes in Schiltach.
In den folgenden Jahren folgten Floßfahrten auf der unteren Kinzig in Willstätt, Gengenbach und in Fischerbach, auf dem Neckar und sogar auf der Wutach. Seit 2010 bauen die Schiltacher jedes Jahr ein Floß zu den Drautaler Flößertagen in Kärnten und nehmen dort an der spektakulären Floßfahrt teil.
Bau und Unterhalt der großen Gestörflöße verlangt umfangreiche Gerätschaften, die im selbst gebauten Floßschopf untergebracht sind. Dort ist auch der fahrbare Wiedofen stationiert, der zum Erhitzen der Wieden notwendig ist, aber auch zum Backen der beliebten Speckweckle beim Bauernmarkt dient.
Die vielfältigen Aktivitäten der Schiltacher erregten das Interesse von Funk und Fernsehen. Den Aufnahmen für Terra X in 2015 folgten die Dreharbeiten des SWR für die Sendereihe „Alte Handwerkskünste“ in 2017, in 2020 für „Sagenhaftes Land“ und in 2022 für die Reihe „Handwerkskunst“.
Die Pflege der alten Handwerkskünste und vor allem die Weitergabe des Wissens an die jüngere Generation ist ein besonderes Anliegen der Flößer. Diese Anstrengungen wurden belohnt durch die Aufnahme der Flößerei als immaterielles Kulturerbe in die Liste der UNESCO in 2022.
Eine besondere Ehrung erfuhr die Familie Künstle aus Schapbach. Seit mehr als 20 Jahren sind sie mit ihren LKW bei jeder Floßfahrt beteiligt und transportieren die großen Gestöre bereitwillig und mit großer Umsicht. Floßmeister Thomas Kipp betonte die Zuverlässigkeit und das Fachkönnen dieser Partner – ohne sie wäre eine Floßfahrt nicht möglich.
Partnerschaft zeigte auch die Feuerwehr aus Wolfach. Eine kleine Abordnung, gekleidet in rote Kochwesten, sorgten für ein selbst zubereitetes Festessen und die Mitex Mädchen aus Schenkenzell für eine flotte Bedienung.
OS 12. November 2023









