15.-18.05.2025 Schiltacher Flößer beim Internationalen Flößertreffen in Spanien

Schiltacher Flößer beim Internationalen Flößertreffen in Spanien.

Dieser Tage nahm eine Abordnung vom Schiltacher Flößerverein am Internationalen Flößertreffen in Laspunia, einem Flößerort in den spanischen Pyrenäen teil. Dieser liegt in der Region Sobrarbe das zur Provinz Aragon gehört.

Gastgeber und austragender Verein war der „Asociación de Nabateros de Sobrarbe“ am Fluss Cinca. Aus diesem Gebiet wurde, wie auch aus anderen Regionen an den Ausläufern der Pyrenäen, über Jahrhunderte meist Kiefernholz aus den umliegenden Wäldern über die wasserreichen Gebirgsflüsse in die Niederungen geflößt. Oft gingen die Hölzer weiter über den Fluss Ebro, wo sie für den Schiffsbau an der Mittelmeerküste verwendet wurden.     

176 Flößerinnen und Flößer aus 30 Vereinen in ganz Europa haben sich auf den Weg gemacht um sich in dem hoch gelegenen Gebirgsort Laspunia zu versammeln und sich vier Tage lang auszutauschen.Vom Schiltacher Flößerverein nahmen drei Flößer mit Ihren Frauen teil.

Ein solches Treffen mit umfangreichem Programm zu organisieren, ist dem austragenden Verein gelungen. Mit großer Gastfreundschaft wurden regionale Gerichte und Flößerwein aus der Region serviert. Auch in Ainsa, Boltana und Lafortunada wurden die Flößer bei ihren Ausflügen bestens versorgt.

Bereits 2008 gab es ein Treffen in Laspunia wo auch eine Delegation der Schiltacher Flößer angereist war, umso größer war die Freude, manche Flößerfreunde nach 17 Jahren wieder zu sehen und die Völkerverständigung in diesem Rahmen zu pflegen. Inzwischen haben jüngere Vereinsmitglieder die Führung übernommen, die mit großem Selbstbewusstsein und Hingabe die Tradition ihrer Vorfahren weiterführen, denn die Flößerei hat in der Vergangenheit vielen Familien in der ländlichgeprägten Region Brot und Arbeit gegeben, dessen sind sich die jungen Vereinsmitglieder, die zum Teil direkte Nachfahren sind, heute noch bewusst, das war deutlich zu spüren.

Ein Höhepunkt im Programm war die Ehrung am Denkmal für die Flößer der Region, im Bergdorf Puyarruego, denen feierlich gedacht wurde.  

Zum Programmangebot gehörten auch geführte Besuche im viktorianischen Kloster von San, mit Aufführungen des Sobrarbe-Chors, ein Besuch im Elektrizitätsmuseum, sowie eine Führung durch das Musikinstrumenten Museum in Labuerda. Ebenso konnte man einen lokalen Erzeugermarkt in Laspuniabesuchen.

Für alle Teilnehmer gab es vor der ca. 12 Km langen und beeindruckenden Floßfahrt, mit vier traditionellen Flößen auf dem Fluss Cinca, einen Gottesdienst mit anschließendem Frühstück am Fluss.

Zum Pflichtteil gehört die Teilnahme durch Vereinsvertreter an der Versammlung der (Internationalen Association of Timber Rafting) IATR, die in einem geeigneten Verwaltungsgebäude im Nachbarort Boltana stattgefunden hat. Geleitet wurde die Versammlung vom Präsidenten Dr. Frank Thiel aus Magdeburg der alles bestens vorbereitet hatte. Zwei Vereine wurden in der Versammlung neu aufgenommen, aus Deutschland der Flößer-u.Kulturverein München Talkirchen und aus Spanien ein Verein aus Valencia. Vom Schiltacher Flößerverein nahmen Hartmut Brückner und Thomas Kipp an der Generalversammlung teil.  

In der Versammlung werden neben den allgemeinen Berichten und Beschlussfassungen auch die Austragungsorte der nächsten Jahre festgelegt. Das nächste Int. Treffen vom 14.-17. Mai 2026, wird vom Verein Gaujas-Plostnieki in Lettland ausgetragen werden. 2027 soll es dann in Tschechien nach Prag an die Moldau und 2028 nach Sarajevo in Bosnien gehen.     

So gingen die Schiltacher mit vielen Eindrücken und dem spürbaren Wunsch sich nächstes Jahr wieder zu sehen, in Richtung Heimat. 

28.05.2025 Thomas Kipp

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