19.-22.06.2025 Ein Floß für Magdeburg

Mit schwerem Gepäck reisten eine Gruppe Schiltacher und Wolfacher Flößer an die Elbe. Im vollgepackten Hänger neben zwei Motoren auch ein Fass mit Wieden und dem notwendigen Werkzeug um in Magdeburg ein Floß zu bauen. 

Jedes Jahr treffen sich die Mitglieder der deutschen Flößervereine aus den verschiedenen Bundesländern zum Erfahrungsaustausch. Als Tagungsort für den 36. Deutschen Flößertag war Magdeburg ausgewählt worden, ein Ort mit langer Flößertradition. 

Die Flößerfreunde von der Elbe hatten 18 Fichtenstämme zur Verfügung gestellt, jeder etwa 20 m lang, die mit einem Langholzer ans Elbeufer transportiert wurden. Unter der Anleitung von Floßmeister Thomas Kipp wurden die Stämme ins Wasser gelassen und zu einem Floß eingebunden. Als Highlight für den Flößertag war eine Floßfahrt auf der Elbe geplant in zwei Etappen mit jeweils 45 Passagieren. 

Die Sicherheit für die Besatzung und die Passagiere hatte oberste Priorität und so wurden zur Steuerung vorne drei und hinten nochmals zwei Ruder eingebaut. In der Genehmigung des Wasser-Schifffahrtsamtes waren zwei Motoren vorgeschrieben worden, die auch zum Anlegen gegen die Strömung notwendig werden. Sitzgelegenheiten für alle Teilnehmer und wie immer, auch die rot-weiße „Wahrschauer Fahne“, komplettierten die Ausstattung. 

Bei strahlendem Wetter war die Floßfahrt für alle Teilnehmer ein tolles Erlebnis. Der Wasserstand der Elbe war durch die lange Trockenheit relativ nieder und so konnte man vor dem Magdeburger Dom auch die Felsnasen sehen, die in die Elbe ragen und gefährliche Strudel bilden. Als Floßführer hatten die Magdeburger einen erfahrenen Kapitän verpflichtet, der genaue Anweisungen zum Passieren der gefährlichen Stelle geben konnte. 

Die Anlandungen beim „Mückewirt“ und auch am „Petriförder“ wurden sicher gemeistert und danach das Floß in den historischen Hafen gelenkt. Die „Albis 3“ wird in Zukunft ein ständiges Ausstellungsstück im Areal historischer Schiffe im Magdeburger Wissenschaftshafen und kann dort besichtigt werden. 

Am nächsten Tag hatten die Flößer noch viel Gelegenheit die Otto-Stadt Magdeburg zu erkunden und gemeinsam mit ihren Flößerkameraden zu feiern. Am Sonntag war im riesigen Dom St. Mauritius und Katharina ein ökumenischer Gottesdienst mit Orgelkonzert angesagt, ein besonders eindrucksvolles und unvergessliches Erlebnis für die Schwarzwälder. 

 

Otto Schinle

25. Juni 2025

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