Schiltacher Flößer erinnern an die letzte Floßfahrt der alten Flößer vor 100 Jahren.
Genauer gesagt an die Floßfahrt vor 100 Jahren, die am Sonntag des 5. Juli 1925 auf der Schiltach, unterhalb des„Schloßmühlewehrs“ bis zum „Hochmutsteich“, anlässlich der damaligen Gewerbeausstellung stattfand.
Dazu haben die Schiltacher Flößer auf der Lehwiese einen kleinen Ausstellungstand aufgebaut, in dem Bilder und Berichte vom damaligen Ereignis zu sehen sind.
War es doch eine herausragende Leistung und ein großes Bekenntnis, der damals schon betagten Veteranen, nach über 30 Jahren der letzten gewerblichen Floßfahrt 1894, noch einmal eine Floßfahrt zu unternehmen.
Liebevoll bauten sie noch einmal ein langes Gestörfloß nach Schiltacher Bauart mit Vorplätz und Sperre zusammengebunden mit Wieden, sie überfuhren das Wehr beim Sägergrün, danach sicher in den Hochmutsteich beim Bierfritzen Wiesle, um das endgültige Ende der Flößerei in Schiltach zu besiegeln. Klangvolle Namen wie der Fritz-Vetter, oder der Wirtsbasche, tauchen in den damaligen Berichten auf, tausende von Zuschauern säumten damals das Ufer der Schiltach.
Doch in einem Punkt sollten die Altvorderen nicht ganz Recht behalten, nämlich das die Flößerei in Schiltach endgültig vorbei ist. Denn es gibt sie wieder, die Schiltacher Flößer, die sich zum Ziel gesetzt haben in Achtung und Anerkennung des jahrhundertelang betriebenen Handwerk, mit dem Holzhandel und der Flößerei auf das einst wirtschaftlich wichtige Gewerbe aufmerksam zu machen.
Und das nicht nur mit der Aufarbeitung der Geschichte, sondern auch in der Praxis, mit dem Bau von Flößen und Floßfahrten in Schiltach und dem Kinzigtal.
So haben die Flößer in Anlehnung an die Floßfahrt von 1925, zwei kleinere Flöße, sogenannte „Katzenflöße“ im Hochmutsteich zusammengebaut und sind damit am Sonntag den 14.09.2025 die Strecke bis zum Wehr am Hohenstein gefahren.
Ein weiterer Grund für die Floßfahrt ist auch, das Wissen und die Erfahrung der heutigen Flößer an jüngere Vereinsmitglieder weiter zu geben um das Kulturgut Flößerei zu erhalten, denn nicht um sonst hat die internationale UNESCO-Kommission die Flößerei weltweit, als immaterielles Erbe der Menschheit anerkannt. Darin sehen die Schiltacher Flößer nicht nur Anerkennung sondern auch Auftrag.
14.09.2025 Thomas Kipp






















