Schiltacher Flößer beim internationalen Flößertreffen in Lettland
Eine stattliche Abordnung der Schiltacher Flößer war vom 14.-17.Mai 2026 beim internationalen Flößertreffen in Strenci in Lettland am Flusss Gauja. Der mehr als 400 km lange Fluss durchströmt das kleine baltische Land und mündet in der Nähe der Hauptstadt Riga in die Ostsee. Die Grenze zu Russland ist nahe und die Spannung durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ist spürbar.
So wollten auch die Schiltacher Flößer ihre Solidarität zu den lettischen Freunden bekunden. Bereits schon 2014 hatten sie an einem Treffen in Lettland teilgenommen und Freundschaften geschlossen.
In einem Int. Flößercamp hatten etwa 40 Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern schon eine Woche davor, zwei Flöße mit jeweils 9 Gestören aus etwa 500 Baumstämmen zusammengebaut. Natürlich unter fachkundiger Anleitung erfahrener Flößer aus Lettland. Auf jedem Floß war auch ein großer Kochtopfan einem Dreibein über einem Lagerfeuer befestigt. Man wollte die vielen Gäste mit einem landestypischen Gericht auf dem Floß verpflegen.
Bei schönem Wetter fand die mehrstündige Floßfahrt auf dem Fluss Gauja statt. Ca.150 Teilnehmer aus 11 europäischen Ländern hatten sich auf die zwei langen Flößen verteilt und konnten eine ruhige Floßfahrt in herrlicher Umgebung genießen. Zur Mittagszeit wurde der deftige Eintopf gereicht mit köstlichem lettischem Brot.
Die erfahrenen Ruderer aus Strenci beherrschten ihr Handwerk und hatten wenig Mühe, das Floß in der Fahrrinne zu halten und auch umgestürzten Baumstämmen auszuweichen.
Die Hauptversammlung der internationalen Flößervereinigung wurde souverän vom deutschen Präsidenten, Frank Thiel geleitet. Sieben Einzelmitglieder wurden erstmals in die Vereinigung aufgenommen, so auch der Schiltacher Floßmeister Thomas Kipp. Außerdem wurden drei neue Mitgliedsvereine aufgenommen, darunter auch Flößer aus Kitayama in Japan.
Der Transport von Holz auf Flüssen fand in allen Erdteilen statt und so ist die Floßtechnik im Japanischen Kitayama durchaus mit der Gestörflößerei im Kinzigtal vergleichbar.
Nach einer weiteren Floßfahrt tags darauf, stellten sich die Vereine in bunten Kostümen und Trachten in einem feierlichen Umzug dem Publikum. Die Schiltacher Flößer wurden durch ein Mädchen in lettischer Tracht angeführt.
Ziel dieser Treffen ist, die jeweilige Flößerei zu demonstrieren, Erfahrungen auszutauschen, Land und Leute kennenzulernen, Freundschafften zu pflegen und einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten. Der Flößerverein aus Strenci bot eine hervorragende Gastfreundschaft und präsentierte die Vielfalt der lettischen Kultur vor allem mit Gesängen und Tänzen im großen Freilichttheater.
Natürlich durfte auch ein Besuch in einer traditionellen lettischen Bierbrauerei nicht fehlen, wobei auch die verschiedenen Biersorten verkostet werden konnten. Das lettische Wort „Alus“ für Bier war schnell verstanden und bekanntlich schmeckt „Freibier“ am allerbesten.
Unvergesslich sind für alle Teilnehmer das herrliche Flusspanorama am Gauja Ufer. In kleinen Ständen wurden landestypische Köstlichkeiten und Souvenirs angeboten. Spät in der Nacht wurde auf einer kleinen Anhöhe unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer eine Feuer-Skulptur entzündet, die hell in die Nacht strahlte.
Nach Ende des Treffens hatten die Schiltacher noch Gelegenheit die ehemalige Hansestadt und heutige Hauptstadt Riga bei einer Stadtführung näher kennenzulernen. Vom Turm der Petrikirche konnten man einen weiten Ausblick auf die Altstadt und auf den FlussDaugava genießen. Ein weiteres Highlight, war ein Orgelkonzert auf einer der größten „Walker“Kirchenorgeln der Welt, im Dom zu Riga und einenBesuch der riesigen Zeppelinhallen, dem großen zentralen Lebensmittelmarkt Rigas.
Das gastfreundliche Volk der Letten hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.







